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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Kleon  bei  Thukydides.

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mit  dem  Verlangen,  hinausgeführt  zu  werden,  zusammen;  da
gab  Kleon  nach.
Thukydides  sieht  in  den  militärischen  Anordnungen,  die
er  traf,  nur  eine  Copie 1  der  Umschliessungs-  und  Umgehungsmanöver, ­
  die  ihm  mit  Demothenes’  Hilfe  auf  Sphakteria  gelungen ­
  waren,  so  dass  er  ,etwas  zu  denken  vermeinte*. 2  Vorläufig ­
  erklärte  er  ,mehr  zu  einer  Recognoscirung*  (xa-rä  6eav
gäXXov)  ausziehen  zu  wollen,  was  denn  freilich  mit  seiner
ganzen  Armee  wenig  Sinn  hatte,  indem  er  zum  Angriffe  erst
nach  Ankunft  der  Makedonier  und  Thraker  zu  schreiten
gedachte.  So  hat  ihn  denn  Brasidas  bei  seiner  Beschauung
in  dem  Momente  überfallen  und  geschlagen,  da  sich  Kleon
dem  Angriffe  durch  einen  langsamen  Rückzug  nach  Eion  zu
entziehen  gedachte.  Seine  Befehle  sind  nach  Thukydides  zu
spät  und  mit  einem  groben  taktischen  Versehen  gegeben  worden, ­
  so  dass  ein  Flügel  dem  Feinde  die  wehrlose  rechte  Seite
zum  Flankenangriffe  bot.
Ueber  Kleon’s  Ende  nach  Brasidas’  plötzlichem  und  erfolgreichem ­
  Angriffe  ist  schon  im  Eingänge  dieser  Abhandlung
gesprochen  worden.  Als  meine  eigene  Meinung  muss  ich  denn
aber  doch  hinzufügen,  dass  mir  Thukydides’  Bericht  zu  bestimmt ­
  und  detailliert  scheint,  um  gegen  die  vage  Nachricht
eines  Spätem,  und  wenn  es  auch  Ephoros  ist,  bezweifelt  werden ­
  zu  können.  3  Es  meldet  aber  unser  Bericht,  dass  Kleon,  von
Anfang  entschlossen  nicht  Stand  zu  halten, 1  sofort  geflohen

1  Die  Beziehung-  wird  ohne  die  Beschwerung  mit  einem  ausdrücklichen
Rückweise  ganz  wie  VII,  71,  1  gegeben,  aus  welcher  letztem  Stelle
Cwiklinski  (Hermes  XII,  54)  ,ein  ziemlich  gewichtiges  Argument 1  für
seine  Hypothese  zu  finden  meinte.
2  Denn  das  ist  V,  7,  3  und  nicht  ,ein  unüberlegtes  Darauflosgehen‘  mit  den
Worten  gemeint:  eyprjaaio  tu>  rpomo  tj>7zep  xai  £5  ztjv  IIuXov  EUTu^aai;  ETuarEuae
ti  cppovetv  —  wie  der  Satzschluss  to;  xuxXio  izepiuvaz  ß(a  alprfatov  xfjv  koXiv.
3  Holzapfel  S.  14  meint  gar  gegen  Gilbert,  Ephoros’  betreffender  Bericht  sei
,eine  von  Athen  ausgegangene  Fälschung 1 !  Mit  Gilbert’s  Argument,  Thukydides ­
  schreibe  nach  der  Relation  atheniensischer  Soldaten,  ist  er  auch
nicht  einverstanden.
4  u>$  to  7:ptoTov  ou  BievoeTto  piveiv  V,  10,  9.  Das  geht  zwar  auf  den  Plan,
erst  die  Verstärkungen  zum  Angriffe  zu  erwarten,  ist  aber  in  diesem
Zusammenhänge  nur  spöttisch  gemeint.
            
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