Kleon bfti Thukj'dides.
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Vertrauen in den Redner, den der bescheidene Diodotos übrigens
auch für guten Erfolg nicht belohnt wissen will. 1 Bei der
Erörterung des allgemeinen Verhältnisses zu den Bundesgenossen
gebraucht er dieselben Redewendungen, wenn auch zu
der Kleon entgegengesetzten, von diesem doch nur nebenher
betonten finanziellen Schlussfolgerung, dass man durch Terrorismus
sich unentbehrlicher Einnahmequellen beraube. 2 Er
verwahrt sich gegen einen andern, in unseren Augen, vollends
nach dem grossen Theorem, wahrlich erträglichen Vorwurf
Kleon’s (37, 2): er erklärt auch seinerseits, dass man durchaus
nicht ,Mitleid' und ,Nachsicht' walten lassen dürfe.
Aber die Ungeradheit und Halbheit des Mannes zeigt
sich auch in einzelnen Motiven seines Vorschlages.
Nun hatte Kleon, worauf wir zurückkommen, dem Volke
gegenüber einen recht gröblichen Meisterton angeschlagen. Aus
Diodotos’ Munde klingt aber ein Ton überlegenen Weisheitsanspruches
heraus, der den Leser in eine heitere Stimmung
versetzen muss. Es mag noch hingehen, wenn er sogleich in
der Einleitung Kleon mangelnde Erziehung (cbraioeuGta) und
Bornirtheit (ßpczy_uv/;c y V( *>|JW)s) vorwirft, ihm auch wegen seiner
Redenfeindschaft nur die Wahl lässt, für albern (agjVETO?) oder
auf Privatvortheil sinnend (iota vt oiacpspwv) zu gelten, obwohl
solche Insulten ihren Zweck stets verfehlen. Aber Diodotos
sagt auch dem Volke: ,man muss verlangen, dass in den
grossen politischen Fragen ,und besonders in der gegenwärtigen
unsereins mit etwas weiterer Voraussicht rede als Ihr, die Ihr
kurzweg überlegt'. 3
Dabei unterlässt er nicht in ergötzlicher Weise die Unbilligkeit
hervorzuheben, wie viel er selbst riskire, wenn sein
Antrag keinen Beifall finde (43, 5), als ob dem nicht jeder
1 42, 3-5.
2 39, 7: t£voc o’i'ecöe ovnva = 46, 2: t(voc o’üaÖs yjvnva. — 39, 8: T7)$ emetta
“pQGooou, ot’ r]v icryjJO[j.£V, to Xo 17:0V aTsp^asaOe = 47, G: — t% 7:poaooou
to Xot7:ov aT:’auT7ji; GTSpsoOat * Z<ry uojaev 8s r.p'ot; tous t:oX£[j.coui; tojoe; Beides
eminent an Perikies’ Worte erinnernd: Xeyajv T7jv tayuv auTot; a7:o toutcov
£ivat Ttov 'yprjjxchrtov T7j<; rcpoao'oou II, 13, 2, ebenso 42, 2 an Perikies’ Ausspruch
II, 40, 2, woran Haase, mantissa p. 11 erinnert.
3 '/A ^po; t< * P^Y iaTa xat T0l ^£ ac-iouv ti Tzepouzipo) rpovoouvTa;
Xfysiv uptov ta>v oi’ oX(you ctxottouvtcov 43, 4.
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