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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Emerico  Amari  in  seinem  Verhältniss.zu  G.  B.  Yico.

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bedingenden  Componenten  bestehenden  Ganzen  nicht  erfasst  wird.
Von  einem  mitbestimmenden  Antheil  des  Einzelnen  an  der
Entwickelung  des  Ganzen  kann  nur  unter  der  Voraussetzung
die  Rede  sein,  dass  jeder  Einzelne  wenigstens  potentiell  einen
im  Leben  des  Ganzen  nicht  schlechthin  aufgehenden  geistigen
Lebensinhalt  in  sich  trägt.  Ein  solcher  potentieller  geistiger
Lebensinhalt  ist  aber  in  den  einzelnen  Constituenten  der  Menschengattung ­
  nur  unter  der  Voraussetzung  eines  Vermögens
der  Ideenproduction  vorhanden.  Allerdings  bleibt  dasselbe  in
der  weitaus  grössten  Mehrzahl  der  Menschen  während  ihrer
zeitlich  irdischen  Entwickelung  gebunden,  und  kann  sich  auch
in  providentiell  bevorzugten  Naturen  nur  relativ  und  nach  bestimmten ­
  besonderen  Richtungen  je  nach  Massgabe  des  individuellen ­
  Lebensberufes  entwickeln;  der  Künstler,  der  forschende
Gelehrte,  der  Staatsmann,  der  Gesetzgeber,  jeder  begabte
Mensch,  welcher  auf  seine  Umgebung  und  auf  seine  Zeit
irgendwelchen  geistigen  Einfluss  nimmt,  handelt  und  wirkt
unter  dem  Einflüsse  von  Ideen,  welche  in  seinem  Denken
aufleuchten,  und  ihn  zu  einer  von  ihm  als  Lebensberuf  erkannten ­
  Thätiglceit  anspornen.  Aber  auch  Diejenigen,  welche
sich  einem  solchen  Wirken  gegenüber  vorherrschend  als  Empfangende ­
  verhalten,  würden  die  von  bevorzugten  Naturen  auf
sie  ausgehenden  Impulse  nicht  lebendig  in  sich  aufnehmen,
wenn  nicht  ein  angebornes  geistiges  Verständniss  derselben
in  ihnen  vorhanden  wäre.  Demzufolge  bewahrheitet  sich  auch
das  von  Amari  betonte  Princip  der  Ueberlieferung  nur  unter
Voraussetzung  eines  in  allen  Menschen  vorhandenen  idealen
Vernunftsinnes  als  wirksames  und  fruchtbares  Culturprincip.
Soll  mit  der  von  Amari  an  Centofanti  belobten  Begründung
der  zeitlich  irdischen  Menschheitsgeschichte  aus  universalkosmischen ­
  Anschauungen  Ernst  gemacht  werden,  so  ist  dieselbe
als  sublimirte  Wiederholung  der  Entwickelungsgeschichte  des
sichtbaren  Universums  und  als  Entwickelungsgeschichte  eines
durch  die  irdisch  sinnliche  Stofflichkeit  verhüllten  Geisterreiches ­
  zu  fassen,  dessen  Glieder  und  Constituenten  ihr  sichtbares ­
  Gegenbild  in  den  sichtbaren  Weltkörpern  haben,  und
nach  Analogie  derselben  zu  einem  grossen  Ganzen  zusammengeordnet
  sind.  Der  Erdstoff,  dessen  sublimirte  Formationen
die  organischen  Hüllen  der  Menschengeister  constituiren,  möchte
Sitzungsber.  d.  phil.-hist.  CI.  XCVI.  Bd.  I.  Hft.  3
            
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