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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Büdinger.

hartnäckige  Bevölkerung  dem  von  den  Atheniensern  angekündigten
  Untergange  unvermeidlich  entgegengeht.  Die  Katastrophe
bedarf  daher  nur  einer  kurzen  Erwähnung  und  ihre  Einzelheiten ­
  sind  ohne  Belang.  Die  Zahl  der  dabei  umgekommenen
Sterblichen  hat  der  Geschichtschreiber  anzugeben  nicht  nöthig
gefunden  —  ob  mit  Recht,  werden  wir  nicht  zu  entscheiden
wagen.
Es  wird  nun  wohl  Niemand  bestreiten  wollen,  dass  dem
grössten  Künstler  der  Geschichtschreibung  die  auf  Geheiss  der
atheniensischen  Volksversammlung  stattgehabte  Niedermetzelung
  der  Aegineten,  Skionäer,  Melier  und  auch  die  Hinrichtung
der  mehr  als  tausend  gefangenen  Mytilenäer  völlig  gleichgiltig
gewesen  ist.  Nichts  berechtigt  also  anzunehmen,  dass  derselbe
insgeheim  ein  besonders  zartes  Interesse  für  die  übrigen  Mytilenäer ­
  empfunden  und  daher  den  von  Kleon  beharrlich  vertheidigten
  Volksbeschluss  ihrer  Vernichtung 1  irgendwie  principiell
missbilligt  hätte.  Man  hat  doch  irrig  einige  Redewendungen,  die
er  referirend  über  diesen  Beschluss  bringt,  im  Sinne  moderner
Humanität  für  Beweise  des  Gegentheiles  gehalten.  Er  bemerkt, ­
 2  dass  die  mit  Ueberbringung  des  ersten  Volksbeschlusses
nach  Lesbos  betraute  Schiffsmannschaft  sich  nicht  beeilt  habe,
,da  sie  zu  einem  widerwärtigen  3  Geschäfte  fuhren';  das  ist  die
1  Dionysios  c.  17  zürnt  —  wohl  mit  manchem  Neuern  —,  dass  es  Thukydides
  nicht  gefallen  hat,  diese  erste  Verhandlung  ausführlich  zu  schildern.
2  III,  49,  4.
3  hz\  7zpoiyp.cc  aXXozoTov:  ,widernatürlich 4  Krüger;  ,der  Natur  widerstrebend
und  darum  traurig 4 ,  Classen;  aber  dass  Thukydides  nichts  Widernatürliches ­
  in  den  Massenhinrichtungen  fand,  ist  doch  klar.  Und  gerade  die
von  Classen  citirten  Stellen  passen  gar  nicht  zu  beiden  Erklärungen.
Sophokles  Pliiloc.t.  1171  aXXozo'”ip  yvtofxa  erklärt  der  Scholiast  svavHa
yvtop.7),  obwohl  das  ,Entgegengesetzte 4  freilich  noch  einen  unangenehmen
Beisatz  hat.  Aristophanes,  Wespen  47  und  71,  illustrirt  das  näher.  Vers  47
hat  der  Scholiast,  p.  137  (Didot):  -sp<mb8s<;,  £s'vov,  oczotzo'/  und  in  einigen
Handschriften  aXXo'^us's,  was  an  die  Verlegenheiten  der  neueren  Interpreten ­
  erinnert;  aber  zu  Vers  71,  wo  von  Philokieon’s  dessen  Sohne  so
unausstehlicher  Proeesswuth  gesprochen  wird  —  vo'aov  jap  o  tzcctt]P  aXXoxotov
  aüroü  voast  —  erklärt  der  Scholiast  das  Wort  ganz  treffend:  £dv7]v
xai  -ap7)XXaYpiv7]v  auTto.  In  demselben  Sinne  erschienen  den  £voo£oi  Alkibiades’
  Luxus  und  Seltsamkeiten  nach  Plutarcli  c.  IG  [aetoc  tou  ßÖEXXuTTEaöai
  xai  ouayspai'vsiv  .  .  .  als  xupavvi/a  xai  aXXdxoxa.  Und  so  ist  es  wohl
auch  an  unserer  Stelle  gemeint.  Von  den  in  den  Wörterbüchern  sonst
            
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