Kleon bei Thukydides.
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die Platäer, vergeblich auf die Hilfe alter Bundesgenossen; 1
aber nicht wie die Platäer sind sie durch Eide und verständige
Rücksichten gebunden, sondern durch die Erinnerung an
eine siebenhundertjährige Freiheit (112, 1), durch das Bewusstsein
ihrer Tugend gegenüber den frevelhaften Angreifern, doch
mit einem naiven Zugeständnisse der Unvernünftigkeit ihres
Widerstandes, 2 von dem ihnen deutlich gesagt ist, dass er zum
schrecklichsten Ende führen müsse. 3 Die Athener bemerken
mit einer Schlusswendung, die sie als Vorwurf Kleon’s von
ihrer eigenen Rednerbühne hatten hinnehmen müssen, 4 dass die
Melier in gänzlichen Illusionen leben, auf Sparta, Glück und
Hoffnung trauend zu grösstem Unheil kommen werden. •' Das
wird denn auch dem Leser in allen Tonarten vorgetragen:
,Ihr habt in den langen Reden nichts gesagt, worauf Menschen
zu ihrer Rettung trauen zu können vermeinen'; ,eure grösste
Stärke hegt in Hoffnungen und ewigen Absichten'; ,mit eurer
Ablehnung zeigt Ihr Unvernunft'. 6 Hält man dazu die Kleinlichkeit,
wie den atheniensischen Gesandten aus Furcht
vor ihrer Verführungskunst der Zutritt zur melischen Volksversammlung
verwehrt und wie die Verhandlung von den
melischen Beamten nur satzweise" zugelassen wird, so hat
man wohl das Bild ziemlich vollkommen, das der Geschichtschreiber,
selbstverständlich seiner eigenen Ueberzeugung gemäss,
hervorbringen wollte. Der Leser muss sich eben sagen, dass
diese brave, aber vollkommen einfältige und in ihrer Albernheit
1 Aa/Eoaijxovtav xiutopta t:igtsuovtes III, 112, 2.
2 oti ocnoi r.p'o$ ou oixaloui; laraji-EOa — ou 7:avxa7:aaiv oüxaaXoyax; 6paGuvbp.£0a.
V, 104, womit sich denn die Voraussage der Athener rechtfertigt, dass
sie aicr/uvrjv atoyuo p-Exa avota$ v) “uyrj? rpoaXaßEtv. V, 111.
3 oti ujxtv [xev rpo xou Ta bsivo'xaxa tiocOeiv uTia/.ouaai av ydvoixo, ok
|jlt) biacpÖstpavxsc uua; zEp5aivoip.sv av. V, 93.
4 Ta jxkv [xs'XAovxa Ipya ca:b xö5v ei-ovtojv g/.otiouvte? a>; ouvaxa yiyvEaÖai —
oouXot ovxs? tcüv äst axoTCODV, sagt ihnen Kleon III, 38, 4 (ed. Stahl), xa
p.s'XXovxa xwv opcojj-Evcov oacpEoxspa y.plvexe, xa ok acpavf) xw ßouXsoöai d>; ytyvdusva
r t 07) QeccgOs, sagen sie den Meliern, V, 113.
5 “XeTgtov GoaXrjGEGÖE Ib.
6 u|j.6jv xa (j.kv loyupo'xaxa E)»7:ivd|ASva usXXExai. . . -oXXrjv aXoytav xrj; biavotai;
“aps'^Exs. 111. ua/.apiGavxsc xo cbiEipdxaxov ou £7jXou|j.ev •o acppov 105, 3.
7 xaö’ exaoxov yap xal jiTjo 1 u[ae?£ evi Xoyip, aXXa — euÖu; u-oAap-ßavovxs;
xptvsxE. V, 85; cf. 84, 3.