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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Werner.

fortschreitenden  Versenkung'  der  in  den  ältesten  Menschengeschlechtern ­
  vorhandenen  reineren  geistigen  Anschauungen
in’s  sinnliche  Vorstellungsleben  herausgebildet,  und  diversificirte
  sich  nach  Verschiedenheit  der  individuellen  psychischen
Artung  und  der  äusseren  Lebensbedingungen  des  in  eine  Mannigfaltigkeit ­
  verschiedener  Stämme  und  Völker  auseinandergegangenen ­
  menschlichen  Geschlechtes.  So  gestaltet  sich  der
Mythus  zum  Zeugniss  für  das  uranfängliche  und  continuirliche
actuelle  Vorhandensein  der  geistigen  Unterlagen  und  Bedingungen ­
  einer  civilisatorischen  Entwickelung,  ja  er  ist  selber
ein  Product  dieser  Entwickelung  und  ein  Zeugniss  von  der
Präsenz  der  Ideen  als  geistiger  Gestaltungsmächte  im  geschichtlichen ­
  Menschheitsdasein,  freilich  aber  zugleich  auch  ein  Zeugniss ­
  von  der  Diffusion  des  Denkens  im  üppig  wuchernden
sinnlichen  Vorstellungsleben,  das  erst  in  der  Kraft  einer  concentrirtesten
  geistigen  Sammlung  sich  über  jene  Vorsteilungsgebilde ­
  und  die  auf  Grund  derselben  erwachsenen  Denkversuche ­
  zur  bewussten  Selbsterfassung  der  geistig  seelischen
Innerlichkeit  als  productiven  Idealvermögens  des  Menschen  zu
erheben  vermochte.
Amari  hat  sich  zu  diesem  Denkstandpunkte  nicht  aufgeschwungen, ­
  die  selbstige  Innerlichkeit  des  Menschen  nicht
als  den  lebendigen  Quellpunkt  ideeller  Productivität  erfasst.
Er  spricht,  wie  wir  oben  hörten,  von  Modificationen  der  denkhaften ­
  menschlichen  Innerlichkeit  des  Einzelmenschen,  welche
sich  in  der  geschichtlichen  Entwickelung  des  collectiven  Gesammtmenschen
  reflectiren  und  abbilden,  und  die  Entwickelung
des  Einzelmenschen  als  Typus  der  Entwickelung  des  Gesammtmenschen
  erscheinen  lassen.  Diess  erfasst  und  an’s  Licht  gestellt ­
  zu  haben,  ist  nach  Amari  eines  der  leuchtendsten  Verdienste
Vico’s.  Da  nun  aber  bei  ihm  die  Entwickelung  des  Einzelmenschen ­
  vielfach  gehemmt  und  durch  zeitlich-örtliche  Umstände ­
  und  Bedingungen  eingeschränkt  erscheint,  so  tritt  bei
Vico,  wie  bei  Amari,  nur  das  Getragensein  des  Einzelmenschen
durch  die  Entwickelung  der  Gesammtheit  als  bestimmender
Grundgedanke  hervor,  während  der  mitbestimmende  Antheil
der  Einzelpersönlichkeit  als  solcher  an  der  Entwickelung  der
Gesammtheit  nicht  zu  seinem  Rechte  kommt,  und  die  Idee
der  Gesammtheit  als  eines  lebendigen,  aus  wechselseitig  sich
            
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