Bü ding er. Kleon bei Thukydides.
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Kleon bei Thukydides,
eine britische Untersuchung,
von
Max Büdinger,
wirklichem Mitgliede der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften.
Oeit vor ein und dreissig Jahren ein so edler Geschichtschreiber
wie Georg Grote seine Stimme zu Gunsten Kleon’s
erhoben hat, ist demselben allmählich bei den meisten Kennern
griechischer Geschichte eine freundlichere Beurtheilung zu
Theil geworden. Es hat freilich auch an lebhaftem Widerspruche
nicht gefehlt, welcher in den durchaus wegwerfenden
Urtheilen der auf uns gekommenen zeitgenössischen 1 Schriftsteller
sein stets bereites Material fand.
Wenn aber noch Grote den Vorwurf der Bestechlichkeit
lieber unerörtert liess 2 und den der Feigheit Kleon’s vor seinem
Tode in der Schlacht von Amphipolis für begründet hielt, 3 so
haben die neuesten Beobachtungen 4 auch diese Flecken mit
vielem Anscheine von Erfolg zu beseitigen gesucht. Die Stellen
bei Aristophanes, welche die Bestechlichkeit des Mannes zu
erweisen schienen, haben sich wirklich zum Theile als Missverständnisse
der Erklärer, zum Theile als rechtlich unerweis-1
Unter den Neueren hat wohl der verewigte Fr. Haase in der durch
treffende Beobachtungen sonst so anziehenden lucubrationum Thucydidiarum
mantissa (Breslauer Herbstprogramm 1857), p. 9—10, 12—15,
17—19 die grösste Summe von Scheltworten gegen Kleon aufgehäuft.
2 History of Greece (ed. 1870) VI, 27, 261.
3 His want of courage — — divests bis end of that personal sympathy
whicli would otherwise have accompanied it. Grote VI, 254.
4 Gilbert, Beiträge zur innern Geschichte Athens im Zeitalter des peloponnesischen
Krieges, besonders 141 flgde, 203 flgde, mit vielfacher
Fortführung der Untersuchungen in Müller-Striibing’s Aristophanes (1873),
der besonders S. 119 flgde, 360—373 die Frage der Bestechlichkeit mit
treffendem Witze erörtert.