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W erner.
nothwendigkeit wird dieselbe erst auf Grund der aus den Tiefen
des philosophischen Erkennens geschöpften Auffassungsweise
Centafanti’s. Dieser setzt sich zur Aufgabe, das historische
Factum zur Höhe einer philosophischen Möglichkeit zu erheben;
wenn nun die philosophische Möglichkeit des singulären Factums
sich durch seinen Zusammenhang mit der Gesammtheit alles
Geschehens erhärtet, so ist damit seine Verflechtung mit derselben
als denknothwendig erwiesen. Centofanti unterscheidet
vier Stufen der Erkenntniss einer historischen Thatsache. Die
erste unterste Stufe wird in der unmittelbaren Anschauung des
Factums eingenommen, welche bei der Vorstellung der äusseren
Erklärungsursachen desselben stehen bleibt; indess schon in
dieser aus äusseren zufälligen Erklärungsgründen geschöpften
Erkenntniss leuchte bereits, wenn auch noch so unvollkommen,
die Apperception eines allgemeinen Zusammenhanges alles Geschehens
durch. Das Verständniss desselben steigert sich durch
Erhebung zur Erkenntniss der inneren Gründe des Factums,
aus welchen die rationale Möglichkeit desselben begriffen wird.
Von dieser zweiten Stufe erhebt sich das Denken zur dritten
in der Erkenntniss der ersten grundhaften Ursachen des Factums,
aus welchen das scientifische Verständniss desselben resultirt.
Auf der vierten Stufe endlich erhebt sich der Gedanke zur
Ursache der Ursachen, oder absolut ersten Ursache, welche in
ihrer unendlichen Einheit alle Ursachen in sich fasst, damit
ei’schliesst sich die Erkenntniss der philosophischen Möglichkeit
alles Geschehens. Diesen vier Erkenntnissformen entsprechen
vier Auffassungs- und Darstellungsweisen der Geschichte. In
jeder derselben ist aber der Gedanke einer wesentlichen Verknüpfung
der Facta die herrschende Grundidee. Beweist aber
diese ideologische Geschichtstheorie Centofanti's den von Amari
urgirten äusseren, auf Culturüberlieferung beruhenden Zusammenhang
in der Völkergeschichte? Sie scheint weit eher aus
einer philosophischen Meditation über die von Vico selber
construirte Anschauung der vielortigen Anfänge aller Völkergeschichte
herausgewachsen zu sein, und schliesst jedenfalls
— bemerkt Amari hiezu — sono manifestamente la tradizione nostra, e
sotto questo aspetto la scienza dell’ umanita o sia la filosofia della storia
merita giustamente il norae di scienza dell’ incivilimento, che suona tradizione,
Propaganda, progresso. Critica, p. 419.