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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Manetho  nnd  Diodor.

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über  die  Lücke  in  unserer  monumentalen  Kenntniss,  die  durch
den  Einfall  der  Herusä  in  Aegypten  bezeichnet  ist,  in  das
35.  Jahrhundert  als  äxp)  der  Pyramidenbauten.  Gehen  wir  nun
von  diesem  weiteren  festen  Punkte  aus,  so  fällt  die  Reichsgründung ­
  unter  Menes  etwa  in  das  Jahr  4200  vor  Chr.,  also  in
unmittelbare  Nähe  des  Sothisjahres  4245. 1  Dazu  kommt  noch,
dass  Brugsch 2  auf  einem  ganz  anderen  Wege,  durch  Heranziehung ­
  der  Berechnung  nach  Geschlechtern  für  den  angeblichen
Regierungsantritt  des  Menes  das  Jahr  4224  gefunden  hat.  Halten
wir  dies  alles  zusammen,  so  scheint  uns  die  Annahme  unabweislich
  zu  sein,  auf  die  uns  andere  Erwägungen  schon  geführt ­
  haben, 15  dass  die  Aegypter  ihre  Chronologie  cyclisch  sich
zureehtgelegt  haben,  mit  einem  Worte,  dass  die  Ansätze  bis
zu  den  Zeiten  der  Thutmosiden  und  Ramessiden 4  nur  einen
relativen  Werth  beanspruchen  können.  Wir  haben  keine  historischen ­
  Daten  vor  uns,  sondern  nur  Ansätze,  die  auf  den
mythologischen  Anschauungen  der  Aegypter  sich  gründen.
Denn  so  sonderbar  es  uns  heutzutage  erscheint,  auf  ähnlichen
Wegen  das  Alter  eines  Volkes  und  seiner  Cultur  feststellen  zu
wollen,  so  müssen  wir  anderseits  berücksichtigen,  dass  die
Aegypter,  durchdrungen  von  dem  Glauben  an  einen  Zusammenhang ­
  der  menschlichen  und  kosmischen  Erscheinungen,  bei  dem
Beginne  einer  neuen  grossen  Periode  in  der  Sternenwelt  auch
den  Beginn  einer  neuen  Zeit  für  ihr  Land  erwarteten.  Aehnliche
Vorstellungen  haben  zu  allen  Zeiten  bestanden.  Ich  erinnere
nur  an  die  Angst,  mit  der  man  im  Mittelalter  das  Jahr  1000
herankommen  sah,  an  den  Glauben  der  älteren  Kirche,  dass
der  jetzigen  Welt  6000  Jahre  zugemessen  seien,  nach  deren
Ablauf  das  1000jährige  Reich  eintreten  werde. 5  Als  die  ägyptischen ­
  Priester  im  18.  Jahrhunderte  daran  giengen  das  Alter

1  S.  oben  p.  280.
2  Geschichte  Aegyptens  p.  39.
3  M.  G.  p.  21.
4  Mit  Recht  beginnt  Unger  die  historische  Zeit  der  Aegypter  mit  der
sogenannten  XVIII.  Dynastie.  Chronologie  Manethos  p.  5.  Insofern
sind  wir,  Dank  der  Forschungen  der  Aegyptologen,  nun  über  ein  Jahrtausend ­
  dem  Vater  der  Geschichtschreibung,  Herodot.,  voraus.
5  v.  Gutschmid,  Agathangelos  p.  11.
            
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