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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Manetho  und  Diodor.

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Aufeinanderfolge.  Wohl  oder  übel  wurden  die  namentlich  angeführten ­
  herodoteischen  Könige  und  die  an  dieselben  sich
knüpfenden  Geschichtchen  vertheilt  auf  die  lange  Folge  von
Ysveai,  welche  in  der  anderen  Reihe  vorkamen.  In  dieser  fand
er  als  Nachfolger  des  Königs  Sesostris  seinen  gleichnamigen
Sohn  verzeichnet,  in  der  herodoteischen  führte  der  letztere  den
Namen  Pheron,  über  die  Identität  beider  Herrscher  konnte
für  Diodor  kein  Zweifel  sein.  Als  es  Diodor  wieder  für  gerathen
  hielt,  in  die  lange  Reihe  von  Königen  der  ersteren
Reihe  einen  herodoteischen  König  einzufügen,  fand  er  dort
den  König  Ketes,  hier  den  König  Proteus  —  so  erwuchs  ihm
Ketes-Proteus.
Wahrheit  und  Dichtung  ist,  wie  wir  sehen,  bunt  durcheinander ­
  bei  Diodor  gemischt.  Die  herodoteische  Liste  vor
Augen,  gerieth  er  in  den  Fehler,  die  Pyramidenerbauer  gegen
den  Schluss  seiner  Reihe  zu  verlegen,  ein  Irrthum,  der  ihm
um  so  näher  lag,  als  die  Aufthürmung  so  gewaltiger  Steinmassen ­
  bei  einer  vorgeschritteneren  Entwickelung  viel  natürlicher ­
  sich  zu  erklären  schien,  als  beim  Anfänge  derselben.
Dennoch  verzeichnet  er  getreulich 1  neben  der  herodoteischen
Angabe,  nach  der  nur  1000  Jahre  seit  dem  Pyramidenbau  bis
auf  seine  Zeit  verflossen  waren,  auch  die  seiner  Hauptquelle,
die  sogar  über  3400  Jahre  bis  dahin  rechnete.
Wir  stehen  am  Schlüsse  unserer  Untersuchungen.  Es
hat  sich  aus  denselben  in  völliger  Uebereinstimmung  mit  den
Ergebnissen  der  bisherigen  Quellenkritik  Diodors 2  ergeben,  dass
Diodor  als  Hauptquelle  Manethos  Aiyimioaa  und  'Iepä  ßißXo?  vor
sich  gehabt  hat.  Auch  in  den  historischen  Ausführungen  finden
wir  die  Angaben  Diodors  in  vollständiger  Uebereinstimmung
mit  dem,  was  wir  auf  einem  ganz  anderen  Wege  vorgehend
als  manethonisch  erkannt  haben.  Wir  werden  es  jetzt  nicht
mehr  auffallend  finden,  dass  Diodor  aus  Manetho  schöpfend,
keine  Dynastien,  kein  fix  ausgebautes  System  wiedergiebt;  es
wird  uns  vielmehr  sehr  natürlich  Vorkommen,  dass  Manetho,
wie  die  ägyptischen  Priester  überhaupt,  des  Hilfsmittels  der

1  I,  63,  5.
2  S.  oben  p.  241.
            
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