Manetho und Diodor.
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spätere' Periode ägyptischer Geschichte fallen müssen, die Erbauer
der Pyramiden, welche der ältesten Geschichte Aegyptens
angehören. Anderseits finden wir, dass unter den 330 Königen
auch achtzehn Aethiopen erscheinen. Schon Büdinger 1 hat
dargethan, dass diese auf einen Irrthum Herodots zurückgehen
und statt dessen nur Drei zu lesen sind, die dem Aufkommen
der Saiten vorangingen. Wir sehen, die Liste reicht bis auf die
Dodekarchie herab und hat daher keinen Raum für den Anschluss
weiterer zehn Könige, von denen einige überhaupt nicht an das
Ende, sondern direct an den Anfang der Liste gehörten. 2 Unmöglich
konnten ägyptische Priester — und doch führt er dieselben
als Quelle seiner Reihe an ■— Herodot ein solches Machwerk
überliefern; es bleibt sonach nur die Möglichkeit übrig,
dass Herodot, als er daran ging, die in Aegypten aufgezeichneten
Beobachtungen zu seinen Aiyutrrtoi Aöyo! zu verarbeiten, irrthümlicherweise
die zweite Liste an die erste angeschlossen hat,
während jene in der That ganz unabhängig von dieser entstanden
war.
Fassen wir die zweite kleinere Liste ägyptischer Könige
ins Auge, so zeigt sich, dass sie historisch unmöglich ist, weil
sie die Pyramidenerbauer erst nach dem trojanischen Kriege
aufführt, sie also um über zweitausend Jahre zu spät ansetzt.
Diese Verschiebung der Pyramidenerbauer, welche bis in den
Anfang unseres Jahrhunderts massgebend geblieben ist, geht
auf einen eigenthümlichen Irrtlium Herodot’s zurück. Wenn
wir die Notizen, welche den einzelnen Königen beigefügt sind,
durchgehen, so linden wir, dass sie mit Vorliebe an den Tempel
des Ptah zu Memphis anknüpfen. So erfahren wir, dass Möris
die nördlichen, Proteus die südlichen, Rhampsinit die 'westlichen,
Asychis die östlichen Vorhöfe (xpoTcüXaca) des Tempels
erbaut habe. 3 So sind in der That die riesigen ägyptischen
Tempel entstanden; Jahrhunderte, ja Jahrtausende haben an
denselben gebaut. Auch Sesostris hat zu dem Ausbau des
Ptahtempels beigetragen; die unterworfenen Volkstheile, die
er nach Aegypten verpflanzte, mussten grosse Steine in den
1 Zur ägyptischen Forschung Herodots, p. 18.
2 Lepsius, Chronologie, 255 f.
3 II, 101, 112, 121, 136.