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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Manetho  und  Diodor.

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aufgefasst  werden  kann,  da  die  griechischen  Stämme  mit
Aegypten  und  seiner  damals  glänzenden  Hauptstadt  Theben
in  Conflict  kamen.  Auf  den  Wänden  des  Tempels  von  Karnak
lesen  wir  noch  heute  die  ältesten  verlässlichen  Nachrichten
griechischer  Geschichte.  1  Dass  nur  so  die  angeführte  Stelle
Homers  sich  richtig  würdigen  lässt,  zeigen  die  sonstigen  Erwähnungen ­
  Aegyptens  in  den  homerischen  Liedern,  in  der
Odyssee:  Hier  ist  keine  Rede  von  Theben,  welches  nichts
mehr  war  als  eine  riesige  Ruine;  es  entrollt  sich  uns  vielmehr
in  farbenprächtigen  Bildern  das  Leben  im  Nildelta,  welches
zu  der  Zeit,  als  diese  Lieder  entstanden,  in  der  That  Aegypten
bedeutete.  Oder  sollte  der  Dichter  von  Ilias  IX,  381  f.  antiquarische ­
  Forschungen  in  Aegypten  angestellt  und  Dank  derselben ­
  in  Erfahrung  gebracht  haben,  in  alten  Zeiten  hätte
Theben  in  der  Geschichte  Aegyptens,  ja  der  ganzen  Welt  eine
grosse  Rolle  gespielt!
Auch  für  Manethos  Lebensstellung,  der,  wie  wir  an  einer
anderen  Stelle  ausgeführt  haben, 2  nur  durch  die  Gunst  der
Ptolemäer  sich  behaupten  konnte,  ergeben  sich  aus  Diodor
einige  neue  Belege.  Während  Herodot  noch  das  Wenige,  was
er  über  das  Wesen  ägyptischer  Religion  erfahren  konnte, 3  geheim ­
  zu  halten  bemüht  war,  ersehen  wir  aus  Diodor, 4  dass
ägyptische  Priester  selbst  die  x-ipp-pzx  unter  das  Volk  gebracht
hatten.  Wir  kennen  auch  den  ältesten  Vertreter  dieser  Richtung ­
  —  es  ist  Manetho  selbst.  Nur  bei  jenen  Punkten,  über
welche  etwas  auszusagen  die  heiligsten  Eide  den  Priestern  verboten, ­
  wie  über  das  Grab  des  Osiris 5  oder  bei  denen  die

1  Ich  habe  die  bekannte  Inschrift  Meneptali  II.  im  Auge.  Trotz  der  Anfechtungen, ­
  die  Rouge’s  und  Lauth’s  Erklärung  der  auf  derselben  verkommenden ­
  Vblkemamen  durch  Brugsch  (Aeg.  Gesch.,  p.  IX  n.  377  f.,
sowie  Aeg.  Z.  1876)  erfahrt,  glauben  wir  an  den  Ergebnissen  der  beiden
erstgenannten  Forscher  festhalten  zu  können.  An  einer  anderen  Stelle
gedenke  ich  ausführlicher  auf  diese  Fragen  zuriiekzukommen.
2  T.  O.  p.  29.
3  1.  1.  p.  30.
4  I,  21,  1  xtov  8’  uce'ojv  -epl  Poiptooe  te).euT7,c  ic  dp'/aftov  ev  izopp^zou;  ratpst-XrjepÖTtov,
  Tin  ypdvto  kote  auvdßrj  oidc  -!vwv  Et?  tou;  koIAou;  E^EveyörJvat  to
aLtOKOJUEVOV.
6  I,  27,  6.
            
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