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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Krall.

wissen,  wie  ungemein  abweichende  Angaben  über  den  Sarapis
in  Umlauf  waren.  In  diesen  Zusammenhang  gehört  es,  wenn
Manethos  Genossen 1  Timotheus  ,e  gente  Eumolpidarumf  zu  Liebe,
die  Eumolpiden  von  den  ägyptischen  Priestern  abgeleitet  werden, 2
oder  wenn  in  Uebereinstimmung  mit  Manetho  3  berichtet  wird,
der  Nil  habe  nach  einem  Könige  des  Landes  den  Namen
Aegyptus  erhalten,  oder  dass  Menschen  lebendig  geopfert
worden  seien. 4  Unter  den  übrigen  Ausführungen  Diodors  sei
besonders  auf  eine  hingewiesen,  da  sie  uns  als  neuer  Beleg
für  die  Richtigkeit  der  Angaben  der  Diodor  vorliegenden
Hauptquelle  bemerkenswerth  zu  sein  scheint.  Wir  haben  hier
die  Beobachtung  im  Auge,  dass  die  Stadt  Theben,  die  zu  den
Zeiten  der  Thutmosiden  und  Ramessiden  eine  so  grosse  Rolle
in  der  ägyptischen  Geschichte  gespielt  hatte,  mit  der  Verlegung ­
  des  Schwerpunktes  ägyptischer  Geschichte  nach  dem
Norden  und  dem  damit  verbundenen  neuen  Aufschwünge  von
Memphis  allmälig  zu  sinken  begann. 5  Vollständig  stimmen
die  Monumente  damit  überein. 6  Die  Beobachtung  ist  aber
darum  so  wichtig,  weil  sie  uns  zeigt,  dass  die  bekannte  Stelle
Homers: 7
.  .  .  oder  was  Tliebe
Hegt,  Aegyptos  Stadt,  wo  reich  sind  die  Häuser  an  Schätzen:
Hundert  hat  sie  der  Thor’,  und  es  zieh’n  zweihundert  aus  jedem
Rüstige  Männer  zum  Streit  mit  Rossen  daher  und  Geschirren:
die,  wie  uns  Diodor  zeigt, 8  schon  die  alten  mit  ägyptischen
Einrichtungen  bekannten  Erklärer  beschäftigte,  als  eine  dunkle,
im  Liede  fortlebende  Erinnerung  an  die  Zeit  der  Ramessiden

1  Tacitus,  Hist.  IV,  83.
2  I,  29,  4.
3  Contra  Apionem,  I,  16  wird  gesagt,  dass  Sethosis  den  Beinamen  Aegyptus
erhielt.  I,  19,  4  berichtet  Diodor,  der  Nil  habe  nach  einem  Könige  des
Landes  den  Beinamen  Aegypten  erhalten,  unter  welchem  ihn  Homer  noch
kennt.
4  Manetlio  bei  Plutarcli,  de  Is.  ac  Osir.  c.  73  (cf.  die  Aura,  von  Parthey
a.  1.)  und  Diodor  1,  88.  von  Bergmann,  Hieroglyphische  Inschriften,
erörtert  in  erwünschtester  Weise  diese  Stelle.
5  I,  50,  6.
6  Maspero,  Hist,  ancienne,  p.  335  f.
7  Ilias  IX,  381  f.
8  1,  45,  6.
            
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