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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Krall.

führungen  verwerthen  können.  Ganz  anders  als  die  Atyimiaxot,
die  seit  dem  Aufkommen  der  Tsgoditeratur  immer  mehr  zurückgedrängt ­
  wurden  und  bald  als  überflüssig  aus  den  Bibliotheken ­
  verschwanden, 1  hat  die  ispä  ßißXoc,  deren  Benützung
fast  gleichzeitig  bei  Tacitus 2  und  Plutarch  nachzuweisen  ist,
gefördert  durch  das  Interesse,  welches  die  römische  Welt
orientalischen  Culten  und  Anschauungen  entgegenbrachte,  sich
zu  behaupten  vermocht.
Aber  wie  —  manethonisch  sollen  die  bisher  betrachteten
Ausführungen  Diodors  sein  und  doch  beginnen  die  aus  Manethos
Schriften  gezogenen  Götterreihen  nicht  mit  Osiris  und  Isis,  die
doch  nach  der  Vorlage  Diodors  als  die  einzigen  ewigen  Götter
anzusehen  wären,  wissen  überhaupt  Nichts  von  den  Elementen
zu  berichten.  Ja  noch  mehr,  auch  die  folgenden  mythologischen
Ausführungen,  die  ganz  euliemeristisch  gefärbt  sind,  werden
von  Eusebius  als  Manethonisch  angeführt.  Fällt  der  eine  Theil,
so  muss  auch  der  andere  fallen.  Wie  sollen  aber  die  Angaben,
dass  Helios  (Rä),  Hephaestos  (Ptah),  Kronos  (Seb),  Rhea  (Nut),
Osiris,  Isis,  Typhon  (Sutech),  Apollo  (Horus)  und  Aphrodite
(Tafnut)  ursprünglich  sterbliche  Menschen  gewesen  seien,  die
erst  um  ihrer  Verdienste  um  die  gesammte  Menschheit  willen,
zu  Göttern  erhoben  wurden,  mit  den  Vorstellungen,  die  man
sich  von  dem  ägyptischen  Götterwesen  zu  machen  pflegt,  vereinbart ­
  werden!  Die  Frage,  die  wir  zu  beantworten  haben,
stellt  sich  sonach  also:  War  es  für  einen  Aegypter,  hauptsächlich ­
  für  einen  ägyptischen  Priester  möglich,  den  Ansichten
des  Euhemeros  sich  anzuschliessen  und  lassen  sich  überhaupt
bei  Manetlio  Andeutungen  nachweisen,  die  uns  eine  Hinneigung
zu  den  Lehren  des  Euhemeros  vermuthen  lassen.  Wir  glauben,
beide  Theile  der  Frage  bejahend  beantworten  zu  können.
Qualitativ  ist  die  menschliche  Seele  von  der  göttlichen
nicht  verschieden.  Nach  ihrem  Tode  kehrt  die  menschliche
Seele  zu  Osiris  zurück,  ja  der  Verstorbene  wird  selbst  zu
Osiris;  selbstverständlich  aber  nur,  wenn  er  auf  Erden  tugendhaft ­
  gelebt  hat,  da  er  sonst  der  ewigen  Vernichtung  anheim-'

  M.  G.  p.  88  f.
2  T.  O.  p.  9.
            
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