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Werner.
Repräsentanten der in der Begrenztheit ihrer zeitlichen Entfaltung
und Dauer gleichfalls sterblichen Gattung sah. Wie die einzelnen
Völker beim Endpunkte ihrer Entwickelung anlangen,
so auch ganze Weltepochen, und so endlich die Gesammtmenschheit,
so dass das bleibende endgültige Resultat ihrer
Entwickelung nothwendig einer überzeitlichen jenseitigen Wirklichkeit
anheimfällt. Dieses bleibende endgiltige Resultat können
aber einzig die ethischen Errungenschaften aller Einzelnen sein;
der innere Mensch gehört bereits im irdischen Zeitleben mehr
der jenseitigen als der diesseitigen Wirklichkeit an, die sittliche
Selbstgestaltung jedes Einzelnen ist ein innerer Lebensvorgang,
dessen Inhalt und Resultat erst in der jenseitigen
Wirklichkeit offenbar wird. Vico scheidet sonach schroff zwischen
dem sittlichen ewigen Werthe der zeitlichen Menschenexistenz
und zwischen ihrer diesseitigen Selbstdarstellung, die durch
die zeitlich-örtliche Stellung des Einzelindividuums in dem
Entwickelungsverlaufe des collectiven Ganzen bestimmt ist.
Diese Scheidung lässt sich am ehesten auf die vorchristliche
Weltzeit anwenden, 1 in welcher sich für die Entwickelung der
seelischen Innerlichkeit und für das Anstreben höchster überzeitlicher
Ziele unter dem Drucke der äusseren Lebensverhältnisse
und zufolge der Niederhaltung des höheren Geistlebens
durch den zur Religion gewordenen Cult der kosmischen Mächte
der nöthige Raum nicht fand, ohne dass man desshalb die
zahllosen, jenem doppelten Drucke unterjochten Menschenexistenzen
für zwecklose oder in vorhinein dem Verderben
preisgegebene anzusehen über sich bringen könnte. Anders
verhält es sich in der christlichen Weltzeit, die ja darauf angelegt
ist, die Einrichtungen der menschlichen Societät den
höchsten überzeitlichen Zielen der Menschheit anzupassen, und
der Anstrebung derselben den nöthigen Raum zu schaffen.
Vico, der in seiner Kreislaufstheorie befangen, diesen wesentlichen
Unterschied zwischen der vorchristlichen und christlichen
Weltzeit schlechthin übersah, muss den Werth des
Christenthums auf seine innerlichen Wirkungen in den Seelen
1 Und natürlich auch auf die Zustände der ausser dem Bereiche der
christlichen Civilisation stehenden Volker und Stämme des christlichen
Weltalters.