Manetho und Diodor.
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Neues unter der Sonne. Der geschichtskundige Gewährsmann
des Diodor war in der Lage, seinem Herrn, Philadelphus, aus
den ävaYpcKpai nachzuweisen, dass schon Pharao Tnephachthus
dasselbe erlebt habe 1 — diesem Umstande verdanken wir das
Geschichtchen, das Diodor bei der Darstellung der Regierung
des Menes uns aus seiner Vorlage mittheilt.
Die Versorgung seiner Armeen mit afrikanischen Elephanten,
statt der viel kostspieligeren asiatischen, war für
Ptolemäus Philadelphus ein Gegenstand vielfacher Bemühungen;
er hatte zu diesem Behufe die Stadt Ptolemais-Epitheras, fünf
Tagefahrten von Adulis entfernt, gegründet. 2 Auch hierin
zeigte er sich nicht unwürdig seiner Vorfahren; die Hauptquelle
Diodors wusste zu berichten, dass selbst Osiris sich mit
der Elephantenjagd beschäftigt hatte. 2 Ja sogar der Trank
der Unsterblichkeit, dessen Zubereitung Ptolemäus II. und
seinen Hof so lebhaft beschäftigte, 4 war schon der Gemahlin
und Schwester des Osiris, der Isis, bekannt gewesen. 5 Nicht
mit Unrecht konnten daher Hieroglypheninschriften von Ptolemäus
II. melden: ,Dein Bruder ist Osiris, deine Schwester
ist Isis‘.
Bei aller Anerkennung der geistigen Bedeutung des fremden
griechisch-makedonischen Volkes und bei aller Ergebenheit
für das Herrscherhaus war der Verfasser der Vorlage Diodors
ganz erfüllt von der Grösse seines Volkes —• er war ein
Aegypter durch und durch. Wenn man am Hofe der Ptolemäer
die grossen Eroberungen Alexander des Grossen rühmte,
so wusste unser Autor durch Deutung der zahlreichen fremden
Völkernamen, die auf den Tempelwänden oder in den heiligen
Rollen zu lesen waren — ohne Zweifel wird er dabei ähnliche
Fehler begangen haben wie die Begründer der Aegyptologie,
welche die in den Inschriften so häufig erwähnten Cheta, in
späterer Zeit Scheta gelesen, für Skythen hielten — nachzuweisen,
0 dass die Eroberungen Sesostris die des grossen
1 I, 45.
2 Lumbroso, Eecherches, p. 161.
2 1, 20, 1.
4 T. 0. p. 63.
5 I, 25, 6.
6 I, 55, 3.