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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Manetho  und  Diodor.

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muss; 1  wir  sehen  ferner,  dass  Diodor  nicht  direct  die  äva-Ypaoat
  eingesehen  haben  kann,  da  ihn  sonst  ein  flüchtiger
Einblick  in  dieselben  von  der  Richtigkeit  oder  Unrichtigkeit
der  Behauptung  hätte  überzeugen  können,  die  ihm  seine  Vorlage ­
  aus  den  avosYpaam  mittheilte.  Ohne  seine  Zweifel  dagegen
unterdrücken  zu  können,  muss  er  sich  daher  wegen  seiner
Unlcenntniss  der  ägyptischen  Sprache 2  beschränken,  die  Ansicht ­
  seiner  Quelle  ohne  nähere  Prüfung  wiederzugeben.
Nicht  bloss  äusserlich  schliesst  die  Hauptquelle  Diodors
mit  Ptolemäus  Philadelphus  ab,  sie  wurzelt  auch  innerlich  in
den  Kreisen  dos  Plofes  des  zweiten  Ptolemäers.  In  ihr  spiegeln
sich  ab  die  Bestrebungen  der  Ptolemäer  auf  dem  Gebiete  der
Politik  und  des  Handels;  ja  selbst  kleinere  Züge,  Erlebnisse
des  Hofes,  die  nur  für  Zeitgenossen  wesentlich  waren,  spielen
in  ihr  eine  Rolle.
Unter  den  Begleitern  des  Osiris  werden  uns  neben  Anubis
und  Makedon,  von  denen  der  Erstere  den  Einrichtungen  der
Ptolemäerzeit  ganz  entsprechend  awgarofüXa^  des  Osiris  genannt
wird, 3  auch  Maro,  der  auf  den  Weinbau,  und  Triptolemus,

1  Zu  beachten  ist  besonders  das  tou;  itp 1  sauttöv  ßaaiXels.
2  Seine  Vorlage  war  dagegen  der  ägyptischen  Schrift  und  Sprache  mächtig,
I,  11,  1  ro'v  te  rpaov  zai  T7,v  asXjjv»)V,  tbv  xov  asv  "Ostpiv  xrjv  8s  ’laiv  ovouaoat,
ir.6  itvos  ETupou  ts0e1cj7]s  s/.aripac  "poar 1 yooLac  xa'JTr;:.  Das  betreifende

Etymon  ist  die  ägyptische  Wurzel  jj  |\  as,  die  sowohl  i:

Osiris

als  in  dem  der  Isis

im  Name«  des
vorkommt.  Ueber  die

Bedeutung  der  Namen  Osiris  und  Isis  sind  wir  ebensowenig  als  der
Gewährsmann  Diodors  Auskunft  zu  geben  im  Stande,  wiewohl  wir  erkennen ­
  können,  dass  die  Uebersetzung  TxoA'JüxOa/.u.b;,  die  auch  bei
Plutarcli  vorkommt  (de  Is.  ac  Osir.  c.  10)  unrichtig  ist.  Sie  geht  ohne

Zweifel  nicht  auf  den  Namen  -<E>-  jj  Asar,  sondern  vielmehr  auf  einen
Beinamen  des  Osiris  zurück  und  entspricht  etwa  einem  '  %
Qiii  m
Asu-aru.  Vgl.  Lefebure,  Le  Mythe  Osirien.  I,  130.  Man  muss  bei  der
Beurtheilung  der  Etymologien  und  Beweisführungen  der  Vorlage  Diodors
den  Standpunkt  der  Wissenschaft  jener  Zeit  sich  vergegenwärtigen  und
sich  überhaupt  erinnern,  auf  welche  Irrwege  gewissenhafte  Forscher
unserer  Tage,  durch  den  Gleichklang  einzelner  Worte  verführt,  gerathen
sind.  Weitere  Belege  für  die  Kenntniss  des  Aegyptischen  bietet  die  Vorlage ­
  Diodors  I,  17,  4  (cf.  Plutarcli  1.  1.  c.  37),  I,  80,  4  und  I,  92,  2.
3  I,  87,  2.
            
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