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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Manetho  und  Diodor.

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inschrift  und  gibt  auch  eine  Deutung  derselben. 1  Erinnern
wir  uns  nun,  in  welcher  Gegend  die  Darstellung  sich  fand,  so
werden  wir  ägyptische  Dollmetscher  nicht  weit  zu  suchen  haben,
denen  Herodot  sonst  alles  verdankte,  was  er  an  Uebersetzungen
hieroglyphischer  Inschriften  gibt.  Südöstlich  von  Pliokäa  lag  ja
das  ägyptische  Larisa,  welches  seinen  Ursprung  auf  die  ägyptischen ­
  Bundesgenossen  im  Heere  des  Krösus  zurückführte; 2
einem  Enkel  oder  Urenkel  Eines  derselben  verdankte  wohl  Ilerodot
  seine  Uebersetzung. 3  Es  ist  überhaupt  merkwürdig,  wie
wenig  Herodot  und  Diodor  von  ägyptischer  Schrift  und  Sprache
zu  berichten  wissen.  Mangel  an  Interesse  kann  nicht  allein  massgebend ­
  gewesen  sein;  vielmehr  ist  daran  zu  erinnern,  dass
die  ägyptischen  Priester  besonders  seit  der  Herrschaft  der
Griechen  über  Aegypten  bemüht  waren,  die  Plieroglyplien  ganz
zu  einer  Rebusschrift  zu  gestalten,  um  ja  das  Verständniss
dieser  an  sich  nicht  leichten  Schrift  für  Denjenigen,  der  nicht
zu  den  Ihrigen  zählte,  gänzlich  unmöglich  zu  machen.  Als
Tacitus  freilich  an  die  Ausarbeitung  seiner  Geschichtswerke
ging,  war  das  Dunkel,  das  auf  den  Principien  der  Hieroglyphenschrift ­
  ruhte,  schon  geschwunden. 4
1  Wie  die  übrigen  von  Herodot  wiedergegebenen  Hieroglyphen-Uebersetzungen
  bat  auch  diese  keinen  Werth.  Die  Inschrift  ging  von  einer
Schulter  zur  anderen,  die  Uebersetzung:  svto  Gjv  8k  T ü v  /.“prjv  ej[ioioi
Toter:  eixofat  i/cnjadpjv,  lag  einem  findigen  Kopfe  daher  nahe  genug.
Herodot  hielt  jedoch,  und  dies  ist  für  uns  die  Hauptsache,  seine  Quelle
für  ganz  verlässlich.
2  Büdinger,  Krösus’  Sturz,  p.  25.
3  Eine  Berührung  zwischen  Herodot  und  diesen  kleinasiatischen  Aegyptern
lässt  sich  auch  aus  einer  anderen  Stelle  darthun,  nämlich  aus  II,  104.
Mit  Hecht,  sagt  Stein  zu  dieser  Stelle:  ,Der  Autor  ist  nicht  etwa  zweimal
in  Kolchis  oder  in  Aegypten  gewesen.  Was  er  hier  von  der  Hautfarbe,  dem
Haarwuchs  und  den  Sitten  der  Aegypter  erwähnt,  konnte  er  schon  in
Halilcarnass  an  den  dort  verkehrenden  Aegyptiern  beobachtet  und  aus
sonstigen  Berichten  erfahren  haben 1 .  Nach  unseren  bisherigen  Ergebnissen ­
  werden  wir  annehmen  dürfen,  dass  Herodot  seine  Beobachtungen
den  in  Kleinasien  angesiedelten  Aegyptern  verdankte.  Vielleicht  ging
auch  eine  der  Herodot  vorliegenden  vier  Relationen  (I,  95)  über  die  Erhebung ­
  der  persischen  Macht  auf  dieselben  Quellen  zurück.  Xenophon
wenigstens  entnahm  derselben,  wie  Büdinger  1.  1.  bemerkt,  werthvolle
Nachrichten  für  seine  Kyropaedie.
4  xVb  exe.  XI,  14.
            
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