Krall. Manetlio nnd Diodor.
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Man et ho lind Diodor.
Eine CJuellenuntersuchung
von
Dr. Jakob Krall.
1. (Japitel.
H e r o (1 o t und Diodor.
Grundverschieden sind die Wege, welche die Forschung
nach den Quellen Herodot’s in seinen ganz abgeschlossenen
AtybuTioi Xe*foi 1 von der nach den Vorlagen Diodors in dem ersten
Buche seiner Bibliothek zu wandeln hat. Die Quellen Herodots
waren mit einer einzigen Ausnahme durchwegs mündlich; was
er berichtet, hat er entweder selbst gesehen oder gehört. Unter
den Nachrichten, die auf Hörensagen zurückgehen, müssen wir
scheiden zwischen solchen, die er direct von den ägyptischen
Priestern erhalten hat und solchen, die auf griechische Landsleute
oder auf lügenhafte Fremdenführer zurückgehen, da in der
Kegel nur die ersteren ernstliche Berücksichtigung verdienen.
Von schriftlichen Quellen findet sich dagegen, abgesehen von
der Benützung des Plecataios, 2 keine Spur vor. Und wie hätte
es anders sein können. Waren ja Hecataios und Herodot die
Ersten, die den Griechen das Wunderland am Nil, auf welches
sie dunkle Erinnerungen in ihren poetischen Ueberlieferungen
hinwiesen, 3 wissenschaftlich näher brachten. Was Hecataios
und Herodot begonnen hatten, die wissenschaftliche Einfügung
des Ilellenenvolkes in die Ueberlieferungen der alten Cultur-1
Bauer, Entstellung des lierodotischen Geschichtswerkes, p. 27 f.
2 II, 143. cf. übrigens Porphyrius bei Eus. Praep. evang. X, 3, p. 166. B.
(Müller, Pr. H. Gr., p. 21).
3 S. unten p. 268.