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Kre mer.
dem ohnehin höchst ungesunden Bassora sich zeigte, hat somit
durchaus nichts Ueberraschendes. 1
Die nächste Epidemie erschien im Jahre 423 H. Blutige
Aufstände der türkischen Soldtruppen, Kämpfe der einzelnen
Prinzen des in vollem Verfalle befindlichen Hauses der Bujiden
und endlich eine furchtbare Dürre, mit folgender Theuerung
der Lebensmittel, waren die Vorläufer der Pest, die nach Ibn
Atyr im Jahre 423 H. (1032), nach anderen Angaben aber erst
425 H. (1034) auftrat, wenn nicht die beiden Jahreszahlen auf
eine und dieselbe Seuche sich beziehen; die Epidemie von
423 H. verbreitete sich über den ganzen Orient, stammte aber
aus Indien, und drang selbst bis in die Nähe von Constantinopel
gegen Westen vor. 2
Der Gang derselben war von Osten nach Westen, denn
sie trat zuerst in Shyräz auf und sprang dann nach Bassora und
Bagdad über. 3
Die Seuche von 448 H. (1056) suchte Syrien, Aegypten
und Bagdad heim und trat im folgenden Jahre in Persien auf.
Die Pest von 455 H. (1063) 4 blieb auf Aegypten beschränkt
und hielt zehn Monate lang an, sie begann im Frühjahre und
dauerte bis Ende Herbst; daun erschien sie 469 H. (1076 bis
1077) in Damascus, wo der grösste Theil der Bevölkerung
hinweggerafft ward, und nochmals 478 H. (1085—1086) in
Irak, 5 wo dieselben Ursachen der Auflösung, wie früher, in
vollster Thätigkeit waren.
Es ist zu beachten, dass diese orientalischen Epidemien
von 1056—1086 mit jener Seuche Zusammentreffen, die Europa
in der zweiten Hälfte des eilften Jahrhunderts verheerte, und
welche unter den Namen ,des heiligen Feuers, des Antonifeuers,
der Brandpest' bekannt ist. Es scheint in der That
1 Ibn Atyr IX, 184.
2 De Guignes: Histoire des Huns III, 174. Schnurrer: Chronik der Seuchen.
3 Sojuty, Ibn Atyr.
4 Ibn Atyr kennt sie nicht; er verzeichnet nur ein grosses Erdbeben.
5 Nach Sojuty; nach Ibn Atyr trat schon im Jahre 468 H., in Folge eines
Durchbruches der Dämme, wodurch das Land im Sawäd überschwemmt
ward, eine Seuche im Gebiete von Bagdad auf. Die Pest von 469 H.
herrschte nicht blos in Damascus, sondern auch in Mesopotamien, Irak
und Syrien. Die Pest vom Jahre 478 H. kennt Ibn Atyr nicht, hingegen
fand nach ihm ein heftiges Erdbeben in Chuzistän und Färis statt.