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Kremer.
Die grossen Epidemien des nächstfolgenden Jahrhunderts
sind hier zusammengestellt:
Viertes Jahrhundert der Hegira
(913—1010 n. Chr.).
Syrien Aegypten Irak Andere Länder
301 (913) 324 (936)
346 (957) 344 (955)
347 (958) 347 (958)
Auch in diesem Zeiträume bleiben Syrien und Aegypten
frei von der Pest, hingegen zeigt sie sich nun öfters in Irak.
Die Epidemie von 301 (913) erlangte keine besondere Verbreitung
und herrschte nach Sojufy in Bagdad, nach Ibn
Taghrybardy auch in der syrischen Wüste. Ibn Atyr bemerkt
zu dieser Epidemie, dass in demselben Jahre die Blutkrankheiten
(alamräd aldamawijjah) in Irak stark überhand
nahmen. Sie rissen am stärksten in Bagdad ein im Stadttheile
Harbijja, wo die Wohnhäuser geschlossen werden mussten,
weil alle Inwohner ausgestorben waren.
Die Epidemie von 324 II. (936) brach in Isfahän aus und
dürfte wohl mit der Hungersnoth in Zusammenhang stehen,
die 323 H. in Choräsan herrschte (Ibn Atyr). Die Seuche vom
Jahre 343 II. (954), welche nach Ibn Atyr in Choräsan und
Gibäl herrschte, hängt offenbar mit der Epidemie zusammen,
die im Jahre 344 H. (955) über Isfahän, Ahwäz und Bagdad
sich verbreitete (Haniza Isfahäny, Ibn Atyr). Weitere Seuchen
kamen mit den Jahren 346 und 347 H. Die Krankheit trat
zuerst in Irak, und zwar in der Form einer Halsentzündung
auf und hatte einen sehr raschen tödtlichen Verlauf; im Jahre
347 H. aber entstand eine heftige Seuche in der Provinz
Gabal. 1
Im Jahre 346 H. fanden auch heftige Erdbeben in Irak,
Gibäl, Komm und Umgebung statt. 2
es erstreckte sich über Jemen, Choräsan, Färis, Syrien; Bistäm, Käshän,
Komm, Kay, Dämeghän, Naisäbur, Ispahän und Taberistän litten mehr
oder weniger; 245 H. (859—860) allgemeines Erdbeben, bei Antiochia
stürzte ein Berg in den See; 249 H. (863—864) in Ray; 268 H. (881 bis
882) in Bagdad; 280 H. (893—894) in Ardebyl; 289 H. (902) in Bagdad.
1 Ibn Atyr.
2 Ebenfalls Ibn Atyr.