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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

Ueber  die  grossen  Seuchen  des  Orients  nach  arabischen  Quellen.

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Ausbruch  im  Jahre  249  H.  (863),  ferners  258  H.  (872)  ebendaselbst ­
  und  im  Ahwäz. 1  Im  Jahre  288  (901)  herrschte  die
Pest  in  Aderbeigän  und  zu  Barda'a  im  Kaukasusgebiete. 2
Die  Pest  von  299  H.  (912)  herrschte  in  der  Provinz
Färis,  dem  eigentlichen  Persien. 3
Syrien,  das  in  diesem  Zeiträume  von  keiner  grösseren
Epidemie  heimgesucht  ward,  hatte  dagegen  von  furchtbaren
Erdbeben  viel  zu  leiden,  die  starken  Verlust  an  Menschenleben ­
  verursachten.  Im  Jahre  232  H.  (846—847)  richtete  ein
Erdbeben  grosse  Zerstörungen  in  Damascus,  Horns,  Antiochien
und  Mosul  an,  im  folgenden  Jahre  ward  Damascus  abermals
heimgesucht  und  ein  Dorf  in  der  Ebene  von  Damascus  gänzlich ­
  zerstört,  in  Antiochien  kamen  bei  20.000  Menschen  um.
Im  Jahre  239  H.  (853—854)  fand  ein  Erdbeben  in  Tiberias
statt,  ein  Stück  des  Berges  löste  sich  ab  und  zerschmetterte
viele  Menschen;  im  folgenden  Jahre  fand  ein  Erdbeben  im
Gebiete  von  Kairawän  statt,  wodurch  dreizehn  Dörfer  vernichtet ­
  wurden;  242  H.  (856—857)  war  ein  Erdbeben  in
Persien,  wobei  in  Dämeghän  viele  Tausende  umkamen  und
die  Hälfte  der  Gebäude  einstürzten;  es  erstreckte  sicli  bis  Ray,
Isfahän,  Naisäbur,  Komm,  Käshän  u.  s.  w.;  245  H.  (859—860)
erschütterte  ein  Erdbeben  ganz  Syrien  und  erstreckte  sich  in
Mesopotamien  bis  Edessa. 4
1  Nach  Sojuty;  für  die  zweitgenannte  nach  Ihn  Gauzy  und  Ihn  Atyr.
2  Nach  Sojuty  und  Ihn  Gauzy  im  Montazam.
3  Fehlt  bei  Ihn  Atyr.
4  Alle3  nach  dem  Montazam  des  Ihn  Gauzy.  In  der  Monographie  über
die  Erdbeben,  von  Sojuty,  welche  durch  meinen  verehrten  Freund
Dr.  A.  Sprenger  im  Journal  of  the  Asiatic  Society  of  Bengal,  1843,
vol.  II,  p.  741,  bekannt  gemacht  worden  ist,  finden  wir  folgende  Liste
der  Erdbeben  in  den  ersten  drei  Jahrhunderten  der  Hegira:  94  H.  (712
bis  713)  in  Aden  und  Syrien,  besonders  Antiochien;  98  H.  (716—717)
in  Syrien;  130  H.  (747—748)  in  Damascus;  131  H.  (748—749)  ebendaselbst; ­
  180  H.  (796—797)  in  Aegypten;  187  H.  (803)  in  Masia;  203  H.
(818—819)  in  Choräsän;  220  H.  (835)  in  Antiochien,  das  fast  gänzlich
zerstört  ward;  224  H.  (838—839)  in  Ferghana;  225  II.  (839—840)  in
Chuzistän;  232  II.  (846—847)  in  Damascus,  erstreckte  sieh  bis  Antiochien, ­
  Mesopotamien  und  Mosul,  bei  150.000  Menschen  sollen  dabei  umgekommen ­
  sein;  233  H.  (847—-848)  in  Damascus;  234  H.  (848—849)  in
Herät;  239  H.  (853—854)  in  Tiberias;  242  H.  (856—857)  allgemeines
Erdbeben,  in  Tunis  sollen  bei  45.000  Menschen  dabei  umgekommen  sein,
            
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