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Kremer.
allein genügt, um die Ansichten jener zu widerlegen, die gewöhnlich,
mit grossem Mangel an Sachkenntniss, Aegypten als
den Herd der Pest, als die eigentliche Brutstätte der Epidemie
bezeichnen, indem sie besonders die Ueberschwemmungen des
Landes durch den Nil als erschwerenden Umstand anzuführen
pflegen, ohne zu wissen, dass die Ueberschwemmung, bei gutem
Stande des Canalnetzes, der grösste Segen für das Land ist.
Wir gehen nun zum dritten Jahrhundert der Hegira über
und lassen die Zusammenstellung der Epidemien hier folgen:
Drittes Jahrhundert der Hegira
(816—913 n. Chr.).
Syrien Aegypten Irak Andere Länder
221 (836) 258 (872)
249 (863)’ 288 (901)
258 (872) 299 (912)
Es ist wohl zu beachten, dass in dieser Periode nicht
blos in Aegypten keine grosse Epidemie erscheint, sondern
Syrien gleichfalls von der Pest frei bleibt. Sollte diese Thatsache
sich dadurch erklären, dass der Sitz der Regierung von
dort nach Irak übertragen worden war?
Mit der Verlegung der Residenz nach der neuen Reichshauptstadt
am Euphrat vollzog sich, wie dies im Orient noch
weit mehr als im Abendlande der Fall ist, eine förmliche
Völkerwanderung; ein gewaltiger Tross von Grossen und
Reichen, von Regierungsbediensteten, so wie das Heer nahmen
nun den Sitz in Bagdad, und Damascus, die frühere Reichshauptstadt
sank zu einer Stadt zweiten Ranges herab. Syrien
hörte nun auch für einige Zeit auf der Schauplatz der politischen
Kämpfe zu sein.
Diese Umstände mögen zum Schwinden der Epidemie
nicht wenig beigetragen haben. Erst als sich in Folge der
starken Zunahme der Bevölkerung in den grossen Städten
neue Krankheitskeime ausbildeten, traten wieder die Epidemien
häufiger auf.
Die erste' Pestepidemie in Irak soll die von Bassora im
Jahre 221 H. (836 n. Chr.) gewesen sein, 1 dann folgte ein
1 Fehlt bei Ibn Atyr.