lieber die grossen Seuchen des Orients nach arabischen Quellen.
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schlagenderen Beweis für den Zusammenhang der allgemeinen
politischen und socialen Lage mit dem Auftreten der Pest, als
dieses plötzliche Verschwinden der schrecklichen Landplage
des Ostens. Das Euphratland ward nun der Sitz der neuen
Dynastie, unter welcher diese Provinz zu ausserordentlicher
Blüthe sich erhob. Man entsumpfte das Land, baute neue
Canäle und stellte die alten wieder her. Die neue Reichshauptstadt,
Bagdad, ward schnell das grösste Handelscentrum,
der Wohlstand entwickelte sich, und durch die Erleichterung
des Verkehres entfiel die Gefahr der Theuerung und Hungersnoth,
dieser beiden Geissein orientalischer Völker.
Aber eine noch merkwürdigere Thatsache, als das Aufhören
der Pest mit dem Regierungsantritt der Abbasiden, ist
es, dass in den ersten zwei Jahrhunderten der Hegira Aegypten
von der Pest fast ganz verschont blieb. Es ist nicht leicht
diese Thatsache zu erklären, und volle Gewissheit über die
Ursachen zu gewinnen, welche dieses Resultat herbeiführten,
ist wegen der Dürftigkeit der Quellen und des Mangels gut
verbürgter Thatsachen äusserst schwer. Aber auf einen Umstand
möchten wir besonderes Gewicht legen: es ist der,
dass Aegypten durch seine geographische Lage so ziemlich
isolirt war von dem Reste des Reiches; dass die fortwährenden
Kämpfe mit den Byzantinern den Schiffsverkehr mit Constantinopel
und Kleinasien fast ganz verhinderten; dass, während
Syrien und die Euphratländer der Schauplatz heftiger Kämpfe
der politischen Parteien waren, Aegypten fast ganz unberührt
von diesen Streitigkeiten blieb.
Dass diese Verhältnisse von maassgebendstem Einflüsse
auf den Gesundheitszustand des Landes waren, ist nicht zu
bezweifeln, aber ob sie allein hierauf bestimmend einwirkten,
ist mehr, als ich zu behaupten vermöchte. Auch könnten
kleinere Epidemien vorübergegangen sein, ohne dass sie in
den Chroniken verzeichnet wurden, obgleich hiebei zu bemerken
ist, dass auch Ibn Taghrybardy, der gewissenhafteste
Chronist seines Landes, keine Pest im zweiten Jahrhundert in
Aegypten nennt.
Aber die Thatsache steht fest, dass sich das Nilthal in
diesem Zeiträume eines weit günstigeren Gesundheitszustandes
erfreute, als die übrigen Provinzen des Chalifenreiches. Dies