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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

TTeber  die  grossen  Seuchen  des  Orients  nach  arabischen  Quellen.

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zwei  solche  Geissein,  wie  die  Pest  und  die  Abbäsiden,  gleichzeitig ­
  zu  verhängen.
Für  die  Glaubwürdigkeit  «dieser  Anekdote  wird  von  dem
Chronisten  Ibn  'Asäkrr  der  bekannte  Philologe  und  Vielwisser
’Asma'y  namhaft  gemacht.
Aus  dem  Vorhergehenden  ergibt  sich  die  nachfolgende
Zusammenstellung  der  Epidemien  des  zweiten  Jahrhunderts
der  Hegira:
Zweites  Jahrhundert  der  Hegira
(719—816  n.  Chr.).
Syrien  Aegypten  Irak  Andere  Länder
107  (725)  116  (734)  134  (751)
115  (733)  127  (745)
116  (734)  131  (749)
146  (763)
158  (775)
Syrien  ist  gerade  in  den  letzten  Zeiten  des  Verfalles  der
Omajjaden  der  Schauplatz  der  heftigsten  Kämpfe,  fast  ununterbrochener ­
  Unruhen,  während  in  Irak  die  Anhänger  der
Abbäsiden  immer  kühner  das  Haupt  erheben  und  alsbald  den
offenen  Kampf  gegen  die  Chalifen  von  Damascus  beginnen.
Diese  schon  unter  der  Dynastie  der  Omajjaden  stark  verwüstete ­
  Provinz,  wo  jede  Störung  der  regelmässigen  Agricultur
eine  Vernachlässigung  der  Canäle  und  als  Folge  davon  die
Versumpfung  oder  Verödung  grosser  Landstrecken  herbeiführte, ­
  blieb  bis  zu  Ende  der  ersten  Hälfte  dieses  Jahrhunderts
der  Sitz  fast  regelmässig  von  zehn  zu  zehn  Jahren  wiederkehrender ­
  Epidemien.  In  Syrien  hingegen,  dessen  ganze  Beschaffenheit ­
  vom  hygienischen  Standpunkte  unvergleichlich
günstiger  ist,  zeigte  sich  die  Seuche  nur  zweimal,  denn  die
Epidemie  von  115  II.  (733)  und  116  H.  (734)  ist  ja  offenbar
eine  und  dieselbe.  Von  diesen  syrischen  Epidemien  ist  die
Pest  von  107  H.  (725)  vereinzelt,  1  denn  ich  wüsste  nicht
einen  Zusammenhang  mit  einer  gleichzeitigen  Seuche  nachzuweisen. ­
  Aber  es  ist  gut,  hiezu  die  Bemerkung  beizufügen,
dass  im  selben  Jahre  zwei  arabische  Heere  nach  Kleinasien

1  Ibn  Atyr  verlegt  sie  ins  Jahr  108  H.

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