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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 96. Band, (Jahrgang 1880)

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Krem'er.

Truppen,  die  er  zusammenbringen  konnte,  nach  Emessa  geworfen ­
  und  selbst  aus  Mesopotamien  Hess  er  Hilfstruppen  in
Eilmärschen  heranziehen.  Allein  der  arabische  Feldherr  in
Irak  zwang,  indem  er  rasch  gegen  Norden  vordrang,  diese
Truppen,  zum  Schutze  ihrer  bedrohten  Heimat  zurückzueilen
und  die  Stadt  Emessa  ihrem  Schicksale  zu  überlassen.  Es  ist
uns  eine  recht  bezeichnende  Nachricht  erhalten:  die  byzantinischen ­
  Soldaten  sollen  baarfuss  zu  marschiren  genöthigt  gewesen
sein  und  die  Kälte  soll  ihnen  grosse  Verluste  verursacht  haben,
während  die  Araber  weit  besser  dagegen  geschützt  waren. 1
Man  kann  sich  darnach  eine  Vorstellung  machen,  welche  Entbehrungen ­
  die  schlecht  bekleideten  und  schlecht  verpflegten
griechischen  Soldaten  bei  diesen  ermüdenden  Märschen  durch
ausgesogene,  und  verödete  Landstriche  zu  ertragen  hatten,  und
in  welchem  Maasse  Krankheiten  unter  ihnen  eingerissen  haben
müssen,  besonders  sobald  die  rauhe  Jahreszeit,  die  in  Syrien
recht  empfindlich  ist,  heranrückte.  Eine  Stadt  nach  der  andern
fiel  in  die  Gewalt  der  Araber.
In  dem  Jahre  16  H.  zeigte  sich  schon  die  Pest,  vermuthlich
  als  Folge  des  Krieges,  der  Verwüstung  des  Landes,  der
Erschöpfung  der  Soldaten,  der  Noth  und  des  Elendes  der  Bevölkerung. ­
  Die  Seuche,  befördert  durch  diese  Umstände,  nistete
sich  so  fest  ein  und  fand  so  viel  Nahrungsstoff,  dass  sie  auch
noch  durch  die  nächsten  zwei  Jahre  17  und  18  H.  andauerte.
Es  tritt  nun  für  Syrien  eine  längere  Pause  ein;  zwar
herrschte  nach  dem  byzantinischen  Chronisten  Theophanes  im
Jahre  676  eine  grosse  Hungersnot!»  und  Pest  in  Syrien  und  679
abermals  eine  starke  Ilungersnoth,  in  Folge  welcher  viele  Einwohner ­
  nach  dem  römischen  Gebiete  auswanderten;  aber  erst
das  Jahr  79  II.  (698)  brachte  nach  arabischen  Berichten  wieder
die  Seuche.  Es  wäre  nicht  unmöglich,  dass  dieselbe  mit  der
Epidemie  zusammenhinge,  die  im  Jahre  696  in  Constantinopel
herrschte,  wenn  des  Baronius  Angabe  zuverlässig  ist,  und  die
er  als  Bubonenpest  bezeichnet. 2

i  Ibn  Atyr  II,  382.
!  Es  ist  dies  vermuthlieh  dieselbe  Pest,  welche  Nicephorus  Constantinopolitanus
  in  das  Jahr  697  n.  Chr.  setzt,  Cedrenus  aber  in  das  zweite
Jahr  des  Apsimarus,  d.  i.  697  n.  Chr.
            
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