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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Abhandlungen  aus  dem  Gebiete  der  slavischen  Geschichte.  III

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unsere  Leute  zurückziehen  mussten  und  wurden  schwer  verwundet ­
  und  verloren  viele  von  ihren  Pferden.  Und  der
Herzog'  Ludwig  von  Burg  gewann  einen  Thurm  in  (???) 1  von
Prag  und  in  diesem  fing  er  mehr  als  100  Häretiker.  Andere
Neuigkeiten  sind  nicht  vorgekommen,  und  wenn  einige  Vorkommen, ­
  so  werden  wir  sie  euch  schreiben,  um  des  Vergnügens, ­
  das  wir  euch  machen  und  das  thun  wir  ymer  gerne.
Geschrieben  in  Chaves  (?)  vor  Prag,  Sonntag  nach  Sanct
Arnulf  (21.  Juli  1420).
Offenbar  legte  man  deutscher  Seits  dem  Gefechte  als
solchem  wenig  Bedeutung  zu.  Strategisch  war  es  aber  von
Wichtigkeit,  dass  der  Verkehr  Prags  nach  dem  Osten  nicht
gehemmt,  die  Einschliessung  somit  nicht  vollständig  wurde.
Dass  unter  dem  von  dem  Herzoge  von  Brieg  genommenen ­
  Thurm  der  Thurm  des  Bollwerkes  zu  verstehen  sei  und
hundert  Vertheidiger  dabei  gefangen  wurden,  wird  wohl  nicht
angenommen  werden  dürfen.  Hingegen  ist  es  von  Wichtigkeit,
zu  erfahren,  dass  die  Stürmenden  bereits  bis  zum  dritten
Graben  vorgedrungen  waren,  als  das  Gefecht  in  ihrem  Rücken
begann  und  sie  zur  Flucht  genöthigt  wurden.  Dadurch  werden
die  Angaben  des  Laurentius  eigenthümlich  commentirt.  Er
hat  offenbar  Mehreres  verschwiegen.  An  die  Stelle  der  dreihundert ­
  erschlagenen  Deutschen  tritt  jetzt  eine  bedeutende
Zahl  getödteter  Rosse,  von  denen  wohl  eine  Anzahl  den  von
Palacky  vergessenen  Bogenschützen  erlag  und  der  grössere  Theil
bei  dem  Heruntersetzen  über  den  steilen  Abhang  zu  Grunde
ging.  Abgesehen  davon  war  es  in  jenen  Tagen  Tactik,  vor  Allem
den  Pferden  der  schwergewappneten  Ritter  zu  Leibe  zu  gehen,
und  waren  einmal  jene  getödtet,  so  war  der  Ritter  wehrlos
gemacht  und  die  Schlacht  verloren.  Das  war  der  Kunstgriff
gewesen,  dessen  sich  schon  1322  die  Baiern  bei  Ampfing  gegen
die  Oesterreicher  bedient  hatten.  Die  grossen  Siege  der
Engländer  über  die  Franzosen  wurden  aber  wesentlich  durch
die  englischen  Bogenschützen  gewonnen,  die  aus  gedeckter
Stellung,  namentlich  Wagenburgen,  ihre  tödtlichen  Geschosse
entsandten.  Auch  diese  fehlten  hiebei  nicht.

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