Abhandlungen ans dem Gebiete der slavischen Geschichte. III.
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ist die Schlacht am Zizkaberge vor Prag, 14. Juli 1420, welche
wir durch einen gleichzeitigen Bericht zu ergänzen vermögen,
der bisher allen Forschern unbekannt war und den ich Herrn
Professor Dr. Pauli in Göttingen verdanke. Ich bringe nun zuerst
auf der einen Seite den Bericht des Laurentius, auf der andern
die Darstellung Franticek Palacky’s und führe nur an, dass
nach dem eigentlichen Kriegsplane erst das Vorwerk auf dem
Galgenberge, das Zizka erbaut hatte, angegriffen und genommen
werden sollte, dann aber sollte Prag selbst von dem
Wissehrad im Süden, im Westen von dem Hradschin, und
endlich vom Osten, dem Spitalfelde, somit von drei Seiten angegriffen
werden, wobei immer noch die Frage blieb, in wieferne
eine Reiterarmee, und König Sigmunds Heer, das auf
dem linken Moldauufer stand, war nach der schlechten Art
der damaligen Zeit vorzugsweise aus Cavallerie zusammengefügt,
gegen eine durch Mauern, Thürme, Gräben, Verschanzungen
aller Art wohlgeschützte und zur Vertheidigung
entschlossene Bevölkerung irgend etwas Nachdrückliches auszurichten
im Stande war.
Laurentius p. 377. 378.
1. Misnenses vero cum
suis et sibi VII aut VIII millibus
junctis equestribus montem
ascendunt cum impetu et tubicinis
praetactum ligneum invadunt
propugnaculum fossatum et
turrim vineae obtinentes et cum
murum ex terra et lapidibus
factum vellent ascendere duae
mulieres cum una virgine et
XXVI forte viris qui pro tune
in propugnando remanserunt
viriliter lapidibus (et cuspidibus.
Cod. XI. D. 8) resistentes
defendebant, telis enim et pixidum
pulvere carentes. Una
igitur ex praetactis mulieribus
licet inermis virorum vincebat
Palacky.
Als nun die Deutschen
mit einigen tausend Reitern den
Berg von allen Seiten unter
Trompetenklang und grossem
Lärm umringten und sich dort
im Weinberge eines festen
Thurmes im Sturme bemächtigten,
liess sie Zizka ohne
grossen Widerstand zu dem
neuen Bollwerke herankommen,
in welchem sich 26 Männer,
2 Frauen und ein Mädchen
mannhaft wehrten. Auch Zizka
schwebte zu dieser Zeit in
solcher Gefahr, dass ihn seine
Krieger nur mühsam mit
Dreschflegeln aus den Händen
der Feinde herausschlugen. In