Abhandlungen aus dem Gebiete der slavischen Geschichte. II.
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hiedurch ein natürlicher Process in seiner Entwicklung aufgehalten
wurde, den die früheren Jahrhunderte eingeleitet hatten,
als die Colonisation der Niederdeutschen nach den Slavenländern
durch die der Oberdeutschen einen eigenthümlichen
Gegenhalt erlangte. Flamänder mit niederdeutschem Rechte,
Franken mit oberdeutschem stürzten sich über Böhmen und
Mähren, wie über das Königreich Polen. Vor dem Jahre 1197
ist das deutsche Recht in den böhmischen und mährischen
Territorien ungewohnt und unbekannt. Zweihundert Jahre
reichen hin, es einzubürgern. Das Magdebm’ger Recht, wie
der Schwabenspiegel gewinnen Boden, der Weinbau wird nach
deutscher Sitte gepflegt, nach deutschem Rechte, Purkrecht,
werden Dörfer angelegt. Wo es sich um volkswirthschaftliche
Besserung handelt, werden Deutsche berufen und ihnen ihr
Recht gewährleistet. Die Verwüstungen im Gefolge des Mongoleneinfalles
1241 begünstigen die deutsche Colonisation in
Ungarn wie in Polen. Die Macht des deutschen Kaiserthums
sinkt seit der Mitte des XIII. JahrhundeHes, aber die Ausbreitung
des deutschen Volkes ist im Osten im steten Wachsthum
begriffen. 1 Zu den königlichen Städten in Böhmen gesellen
sich die befestigten Marktflecken der grossen Herren,
welche die Landleute, die sich dahin begeben, mit grossen
Ostrorog juris ntriusque doetoris monumentum pro comit.iis generalibus
regni snb rege Casimiro pro reipublicae ordinatione congestnm (1477),
gleichfalls von Michael Bobrzynski 1877 herausgegeben. Ich führe zum
Schlüsse aus diesem (§. XXII) eine Stelle an. De concionibus (in) lingua
Alemanorum. O rem indignam, Omnibus Polonis ignominiosam! In
templis nostris lingua Theutonica raultis in locls praedicatur et quod
iniquius in loco suggesto ac digniori, ubi una tantum anus duaeve auscultant,
plurimis Polonis in angulo quopiam cum suo concionatore constrictis.
Qnoniam autem sicut inter quaedam alia fit, ita inter bas duas
linguas natura veluti quandam perpetuam discordiam odiumque
inseruit naturale, hortor ne inPolonia sermo iste praedicetur. Discant Polone
loqui si qui Polonium hahitare contendunt,, nisi adeo stupidi esse volumns
nt vel ab ipsis Alemanis de nostro idiomate idem fieri non pereipiamus.
Quod si utique advenarum gratia tali opus sit concione, id aliquo in
privat.o fiat loco, ubi Polonorum dignitati non officiat. p. 126.
1 Der Codex diplomaticils Poloniae von Rzyszc.zewsky und Muczkowski
(Varsaviae 1848) enthält die zahlreichsten Beispiele über Verleihung des
deutschen Rechtes an die villae teutonicales (II, 1, n. 106. 144. 150.
256. 271, 272 etc. Wuttke, Städtebuch des Landes Posen. I, 186.