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Höflev.
war jedenfalls sehr eigentümlich, wenn das Concil eine Schrift
als häretisch bezeichnen würde, die sich für die Unfehlbarkeit
des Papstes in Glaubenssachen ausgesprochen hatte. 1 Es war
natürlich, dass der Dominikaner bei den Berathungen über
seine Schrift auch Personen fand, die nicht unbedingt für ihre
Bezeichnung als häretisch waren, wenn andererseits auch, sobald
eine derartige Untersuchung begonnen hatte, die Verhaftung
des Verfassers erfolgte. Bei der Heftigkeit der Anklagen
gegen eine ganze Nation, der im Augenblicke der
Zerwürfnisse mit den Czechen die schärfste Anklage in das
Gesicht geschleudert, ja der rechtliche Bestand abgesprochen
wurde, konnten sich die Polen mit halben Massregeln nicht
zufrieden geben. In ihrem Interesse lag es, dass ein Exempel
statuirt werde, und so lag denn die Möglichkeit gar nicht ferne,
dass, nachdem die eifrigen Slaven, Johannes Hus und Hieronymus
von Prag, als Häretiker auf dem Ilolzstosse geendet,
ihnen der übereifrige Deutsche Johann Falkenberg nachgesendet
werde. Sicher hatten die Polen gegen eine solche Procedur
nichts einzuwenden. Es konnte ihnen aber zu diesem
Zwecke nicht genügen, dass Falkenbergs Schriften als scandalös
und irrthümlich bezeichnet wurden; er selbst musste als Häretiker
verurtheilt werden, was nur geschehen konnte, wenn
Falkenbergs literarisches Auftreten durchwegs als mit Häresie
erfüllt dargethan wurde. Allein der Urtheilsspruch der Verordneten
der Nationen auf dem Concil vom 7. Juni 1417 lautete
wohl dahin, dass seine Schrift gegen den Glauben und die
gute Sitte verstosse, schändlich, aufrührerisch und grausam sei, 2
jedoch nicht häretisch, worauf es vor Allem ankam, und das
Urtheil selbst war nur mit Majorität gefasst, aber nicht der
Ausspruch sämmtlicher Richter. 3 Die Polen waren jedoch entschlossen,
die Sache bis zum Aeussersten zu treiben; dem slavischen
Häretiker sollte ein deutscher an die Seite gestellt,
Falkenberg als Irrlehrer und Ketzer verurtheilt werden. Aber
auch die Cardinäle, geschweige P. Martin, waren nicht für
diese Ansicht zu gewinnen, was den polnischen Bischöfen
1 Schwab, Johannes Gerson S. 663.
2 Caro III, S. 455, n. 3.
3 Von der Hardt IV, S. 1552.