Abbandlungou aus dem Gebiete der slavisoben Geschichte. II.
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Betreff eines andern das Urtlieil erwartet wurde, auch in
Form von Rathschlägen den vier Nationen des Concils ein
Reformationsplan des Ordens übergeben worden war. 1 Dies
veranlasste Paul, den neuen Tractat zu schreiben, um sich zu
rechtfertigen, als wenn der seine die päpstliche oder kaiserliche
Autorität benachteiligen wollte. Man erfährt, dass auch
der bekannte Magister Mauritius von Prag 2 sich an dem Streite
betheiligte, und zwar auf Seite der Polen, indem er dem Papste
den Besitz der beiden Schwerter, des geistlichen und des
weltlichen, zuerkannte und namentlich das Bündniss des Königs
mit Ungläubigen als einen Act der Nothwendigkeit darzustellen
suchte. Die Brüder seien der angreifende Theil gewesen, von
ihnen die offenen Briefe ausgegangen, sie hatten Schlösser,
Dörfer uud Städte verbrannt, das Herzogthum Dobrin eingenommen,
den König, dessen Reich sie umzustürzen beabsichtigten,
zum Kampfe gezwungen, und während er selbst noch den
Frieden unterhandelte, ihm und seinem Bruder zwei Schwerter
mit der Aufforderung geschickt, eine Wahlstatt zu bestimmen,
worauf sie den Angriff begonnen hätten.
Die Sache hatte bereits eine eigenthümliche Wendung
genommen. Der Erzbischof von Gnesen hatte, da Johann von
Falkenberg sich früher als Vertheidiger der Sätze des Jean
le Petit gegen die Pariser Doctoren bemerkbar gemacht hatte, 3
einen Theil der Franzosen für sich. Der Erzbischof brachte
die Sache vor König Sigismund und das Concil und der Dominikaner,
welcher sich für die Unfehlbarkeit der Aussprüche
des Papstes in Glaubenssachen erklärt hatte, 1 sah sich
in die unangenehme Lage versetzt, dass seine Schutzschrift finden
Orden als verdammenswerth erkannt wurde.
Die Verwirrung der Begriffe war im Steigen. Der Streit
hatte eine Menge von Fragen in die Debatte gezogen, die
eigentlich dem Gegenstände fern lagen, wohl aber nicht blos
die Rechte des Königs von Polen oder des Deutsehherrenordens,
sondern auch die des Papstes und des Kaisers betrafen. Es
> S. 267.
2 S. 268.
3 Joh. Gerson, opera V. (2. p. 1014).
4 Schwab, Johannes Gerson S. 665.