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Höfler.
geschehe es, weil dann die Wasser zugefroren sind und einen
leichten Zugang zu den Feinden gewähren. Krieg führen und
die eroberten Länder zu behalten, 1 sei für die Brüder ein
geistliches Werk und keine Sabathschändung, wohl aber hätten
die Polen am Frauentage 2 viele tausende von Christen getödtet,
noch mehrere von den Pferden zertreten lassen, fünfhundert
Ritter erschlagen, Priester ermordet, geistliche Gefässe
zu profanem Gebrauche verwendet, Kirchen verbrannt, Reliquien
zertreten, die Eucharistie in den Koth geworfen. Ihre
christlichen Bundesgenossen hätten sich der ewigen Verdammniss
würdig gemacht, seien in einer Todsünde gestorben, der König
und die Herzoge verdienten deshalb ihre Krone zu
verlieren, ja sie verdienten von Rechtswegen die Todesstrafe.
Bereits sei durch die Verbindung der Polen mit ihren
(ungläubigen) Bundesgenossen die Sache dahin gekommen, dass
die Eroberung des Ordenslandes nicht mehr genüge. Witold,
dessen Ahnherr ein Schuster gewesen, sei durch die Besiegung
des Ordens zu solchem Uebermuthe gekommen, dass er geprahlt
habe, er wolle sein Pferd im Rheine tränken. 3 Man möge bei
Zeiten Vorbeugen und den Polen, ihrem Könige und ihren
Herzogen die Strafe zu Theil werden lassen, die sie für ihr
Verbrechen verdienten.
So dreist und herausfordernd, rücksichtslos und keck die
Anklagen lauteten, die Schrift konnte eine grosse Wirkung
nicht verfehlen. Sie war in ihrer Art ganz klug verfasst. Sie
liess den nationalen Antagonismus kaum durchblicken, vertheidigte
nur die Sache der Christenheit, zog Papst und Kaiser
auf ihre Seite, indem sie ihre Prärogativen, und zwar in sehr
excentrischer Auffassung geltend machte, statt der deutschen
Nationalität wurden das Reich und die Kaiserrechte in den
Vordergrund gestellt, die Sache des Ordens war die Sache der
ganzen Christenheit, seine Feinde die der Kirche und des
Kaiserthnms, die Schwäche des Ordens erzeugte die Schwäche
des Reiches, und der litthauische Fürst, der die Burgen des
Ordens brach, vermass sich, sein Pferd im Rheine tränken
1 sub Romana ecclesia et monarchia sacri imperii.
2 15. Juli (?) 1410.
3 sese in Reno equum snum adaquatarum.