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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Höf  ler.

Verfasser  geboten,  mit  seiner  Schrift  das  Land  zu  meiden,
Falkenberg  aber  habe  sich  nun  nach  Paris  gewendet  und  die
Schrift  den  dortigen  Magistern  vorgelegt;  von  diesen  hätte  sie
der  Erzbischof  von  Gnesen,  Nicolaus  Traba,  erhalten  1  und
hierauf  dem  Concil  übergeben.
Sie  war  jedenfalls  ein  Beweis  des  tiefen  und  schrecklichen ­
  Hasses,  der  die  Preussen  von  den  Polen  schied; 2  wenn
auch  der  Hochmeister  sich  nicht  berufen  fühlte,  sich  mit  den
Argumentationen  des  Predigermönches  zu  identificiren,  so
nahmen  die  Tractate  Falkenbergs  dennoch  den  Anschein  von
Staatsschriften  an  und  wollte  der  König  von  Polen  wissen,  der
Verfasser  habe  für  seine  Schrift  vom  Orden  Geld  erhalten,
wenn  auch  dieser  den  Vorwurf  von  sich  ab  wies.  Er  mag  wohl
nicht  ohne  Grund  erhoben  worden  sein!
Der  literarische  Streit  hatte  in  seiner  gehässigsten  Art
begonnen.  Der  König  von  Polen,  das  Haus  der  Jagellonen,  die
ganze  polnische  Nation  waren  angegriffen,  waren  vor  dem
Concil  geschmäht,  vor  dem  höchsten  christlichen  Tribunal
moralisch  gebrandmarkt  worden;  die  polnischen  Bischöfe  bei
dem  Concil  befanden  sich  in  der  grössten  Aufregung,  sie
theilte  sich  der  jagellonischen  Universität,  dem  polnischen  Adel
mit,  der  Kampf  war  unausbleiblich.
Der  erste,  welcher  für  die  polnische  Nation  in  die
Schranken  trat,  war  Paul  Wladimiri,  Doctor  der  Decrete,
Custos  und  Canonicus  der  Kirche  von  Krakau,  Rector  des
dortigen  Generalstudiums  und  Botschafter  des  Königs  Wladislaus
  Jagello.  Er  übergab  dem  Constanzer  Concil  unter  dem
Titel:  Tractat  über  die  Macht  des  Papstes  und  des  Kaisers  in
Betreff  der  Ungläubigen,  eine  Schrift,  in  welcher  die  Politik
des  deutschen  Ordens  einer  scharfen  Kritik  unterzogen  wurde.
Als  die  heidnischen  Preussen  so  sehr  gegen  die  Polen  wütheten,
  hätten  die  polnischen  Fürsten  den  Orden  zu  ihrer  Hülfe

1  Bei  Gelegenheit  eines  Symposions,  das  der  Erzbischof  der  Pariser  Universität ­
  gab.
2  Nach  Caro,  der  sich  hiebei  auf  Wiszniewski,  hist.  lit.  Pols.  III,  134,
Anm.  91,  beruft,  war  das  Werk  Falkenbergs  im  Wesentlichen  aus  der
Feder  des  Wormser  Bischofs  Matthäus  von  Krakau  geflossen.  Gesell.
Polens  III,  S.  465.  Welches  Werk  des  berühmten  Bischofs  hiebei  gemeint
war,  ist  nicht  angegeben.  Das  Wiszniewski’s  steht  mir  nicht  zu  Gebot.
            
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