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Litthauens mit Polen an ihre Stelle traten. Es mag den Vertretern
der slavischen Sache keine geringe Freude bereitet haben,
als gerade unter dem (zweiten) Rectorate des Johann von Husinetz
die Nachricht von dem grossen Siege der Polen und Litthauer
über den Deutschherrenorden bei Tanneberg 15. Juli
1410 anlangte. Böhmische Ritter hatten angeblich den Aus- <
schlag gegeben. Ihrem unvermutheten Anprall war der Hochmeister
Ulrich von Jungingen erlegen, ein Tatare hatte ihn getödtet.
Von diesem Tage, der hunderttausend Menschen das
Leben gekostet haben soll, richteten die slavischen Parteihäupter
ihre Augen auf Wladislaus Jagello, auf den von Wladislaus
eingesetzten Grossfürsten von Litthauen, Witold, auf
die Dynastie der Jagellonen, die durch den Frieden von Thorn
1. Februar 1411 das Uebergewicht Polens über den deutschen
Orden besiegelte, unter den Slaven einen ebenso hohen Ruhm
erntete, als sie den Deutschen verhasst war. Schon im Juli
1414 war es zu einem neuen Kriege zwischen dem Polenkünige
und dem Orden gekommen, und als nun Ende 1414 das Concil
von Constanz eröffnet wurde, rief einerseits der Orden dasselbe
gegen den Polenkönig auf, andererseits zog der Führer der
czechischen Nationalpartei gleichfalls dahin, sich vor dem Concil
zu vertheidigen und dessen Urtheil zu vernehmen. Zu den
religiösen Streitigkeiten des XV. Jahrhunderts war somit noch
eine gewaltige nationale gekommen und Hessen die ersten keine
Vereinigung zu, so war diese von einem Streite, der schon auf
den blutigsten Schlachtfeldern geführt worden war und wobei
jede Nachgiebigkeit die Preisgebung des eigenen Interesses,
ja des socialen Daseins in sich schloss, noch viel weniger zu
erwarten. Der Angriff erfolgte diesmal von Seite der Deutschen,
und zwar durch eine Schrift, die an nationaler Gehässigkeit
Alles überbot, was die mittelalterliche Literatur bisher auf
diesem Gebiete geleistet hatte.
Der Ankläger der Polen, Johann von Falkenberg, ein
Dominikaner, hatte sich schon dadurch bemerklich gemacht,
dass er die extremen Sätze des Jean le petit (Johannes parvus) <
vertheidigte, der im Anschluss an die auf offener Strasse von
Paris erfolgte Ermordung des Herzogs Ludwig von Orleans,
jüngeren Bruders König Karls VI. von Frankreich, durch den
Herzog Johann von Orleans (1407) die Rechtmässigkeit des