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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Rzacli.

Forschern  in  scharfsinniger  Weise  discutirt  worden  ist.  Wesentliche ­
  Unterschiede  zwischen  den  älteren  und  jüngeren  Dichtern
ergeben  sich  nicht,  daher  betrachten  wir  sie  zusammen.
Wie  bemerkt,  ist  die  Doppelung  der  Liquida  im  Inlaute
(wie  wir  kurzweg  sagen  wollen)  ebenso  wie  die  Längung  im
Anlaute  an  bestimmte  Wortstämme  geknüpft.  Während  aber
die  letztere  ausnahmslos  nur  in  der  Arsis  eintreten  kann,  erhält
sich  die  Doppelung  im  Inneren  der  Zusammensetzung  unter
besonderen  Umständen  bei  gewissen  Stämmen  auch  in  der  Thesis.
(Ueber  die  homerischen  Fälle  vgl.  jetzt  besonders  Knös,  de  dig.
hom.  quaest.  1TI  240).  Beide  Arten  begegnen  uns  sowol  in
der  homerischen  Poesie,  als  auch  bei  den  späteren  Dichtern
in  äusserst  zahlreichen  Beispielen.  Diese  letzteren  folgen,  wie
wir  das  auch  bei  den  Längungen  im  Anlaut  gesehen  haben,
theils  den  homerischen  Vorlagen,  theils  schaffen  sie  selbst  neue
analoge  Fälle.  Doch  nicht  dies  Moment  allein  werden  wir  bei
der  Detailuntersuchung  zu  beachten  haben,  wir  müssen  auch
Rücksicht  nehmen  auf  die  rhythmische  Beschaffenheit  des  ersten
Wortbestandtheiles,  indem  hieraus  gewisse  Normen  resultiren.
Diese  sind:
1.  Bei  Compositis  (resp.  augmentirten  Verbalformen),
deren  erstes  Wortglied  einsilbig  ist  (also  z.  B.  uu^v.zoc  iXXaße
apropos  avv&peXos  appr ( -/.T0?  sppvjEe),  steht  die  gelängte  Silbe  in  einer
der  Hebungen,  mit  Ausnahme  der  III.  und  VI.,  oder  aber  in
der  2.,  resp.  4.  Thesis.
2.  Bei  Compositis,  deren  erster  Bestandteil  pyrrhichisch
ist,  steht  die  genannte  Silbe  in  einer  der  Hebungen,  mit  Ausnahme ­
  der  1.  und  III.  (gewöhnlich  in  II.  oder  IV.,  selten
in  V.,  noch  seltener  in  VI).  Nur  in  der  archaischen  Poesie
ist  dies  auch  in  der  III.  Arsis  gestattet.
3.  Bei  Compositis  mit  trochäischem  ersten  Wortgliede
steht  die  gelängte  Silbe  in  der  2.  oder  4.  Thesis,  seltener  auch
in  der  IV.  oder  V.  Arsis.
4.  Ist  der  erste  Wortbestandtheil  rhythmisch  ein  Tribrachys,
  so  wird  das  Compositum  so  behandelt  wie  eines  mit
pyrrhiehischem  ersten  Grliede,  repräsentirt  er  aber  einen  Amphibrachys
  (~  -  —  z.  B.  -/.eXaivöptvcx;),  so  kann  die  Längung  nur
in  der  2.  oder  4.  Thesis  erfolgen.  Andere  rhythmische  Formen
kommen  nicht  vor.
            
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