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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Rzacb.

aus  dem  homerischen  Materiale  gebildet,  solche  Längungen  bei
einer  weit  grösseren  Zahl  von  Stämmen  zu.  Hiebei  treten
namentlich  gewisse  Dichter  in  den  Vordergrund,  wie  z.  B.  Apollonios
  Rhodios,  Quintus  Smyrnaeus  u.  a.  Was  aber  diese
einmal  neugeschaffen  haben,  das  gilt  ihren  Nachfolgern  vielfach
ebenso  als  Kanon  wie  die  homerischen  Fälle  und  so  können
wir  beobachten,  dass  von  diesen  jene  Neubildungen  nicht  minder
recipirt  werden  wie  die  alten  homerischen  Formeln.
Bei  Homer  ist  das  flüssige  Wesen  der  Liquida  noch
lebendig  zu  fühlen,  wenn  es  auch  nur  in  einer  Reihe  von
Stämmen  begegnet.  Diese  Vollkraft  der  Liquida  können  wir
aber  gleich  in  der  nächsten  Periode  —  in  der  Zeit  der  Entstehung ­
  der  hesiodischen  Dichtungen  und  der  homerischen
Hymnen  —  nicht  mehr  ganz  voraussetzen,  es  sind  schon  gewisse ­
  starre  Verbindungen  und  Formeln  vorhanden,  in  denen
sich  die  Längung  vor  den  Liquiden  zeigt,  und  auch  diese
nicht  gerade  sehr  häufig,  obwol  es  doch,  worauf  Hartei  richtig
hinwies,  nicht  ohne  Vortheil  und  Bequemlichkeit  für  die  betreffenden ­
  Dichter  war,  sich  derlei  Längungen  zu  gestatten
(Hom.  Stud.  I  2  37’  sq.).  Neue  Fälle  begegnen  nur  wenige,
meist  Eigennamen.  Daneben  macht  sich  eine  Beschränkung
bemerkbar,  die  man  bei  Homer  noch  nicht,  wenigstens  in
diesem  Masse  nicht,  wahrnelimen  kann.  Durch  Hartei  ist  unzweifelhaft ­
  erwiesen,  dass  Längungen  vor  liquidem  Anlaute
nur  in  der  Arsis  stattfinden  können.  Am  zahlreichsten  ist  dies
(vgl.  Knös  III  254)  der  Fall  in  der  II.  und  IV.  Arsis,  aber
auch  die  anderen  Hebungen  im  Verse  sind  betheiligt:  anders
wird  die  Sache  bei  den  nachhomerischen  Epikern;  schon  bei
Hesiodos  beschränkt  sich  die  Längung  fast  allein  auf  die  II.
oder  IV.  Arsis,  und  Nonnos  z.  B.  kennt  mit  Ausnahme  einer
directen  Nachahmung  in  einem  dem  Homer  entnommenen
Hemistichion  gar  keine  andere  Längung  als  nur  in  der  einzigen ­
  IV.  Arsis.  Auch  der  rhythmische  Werth  der  Ausdrücke,
deren  auslautende  Silbe  durch  die  folgende  Liquida  gelängt
wird,  kommt  in  der  nachhomerischen  Poesie  in  besonderer
Weise  in  Betracht.  Während  bei  Homer  sowol  einsilbige
Wörtchen  wie  ts  [j.i-'dizc  B  58  als  auch  pyrrhichische  Wortformen ­
  wie  evi  [J.s.-'dpo'.q  2  435,  daneben  aber  auch  Ausdrücke
von  der  rhythmischen  Form  —  --  (o<pp«  0  285)  —  —  ~
            
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