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aus dem homerischen Materiale gebildet, solche Längungen bei
einer weit grösseren Zahl von Stämmen zu. Hiebei treten
namentlich gewisse Dichter in den Vordergrund, wie z. B. Apollonios
Rhodios, Quintus Smyrnaeus u. a. Was aber diese
einmal neugeschaffen haben, das gilt ihren Nachfolgern vielfach
ebenso als Kanon wie die homerischen Fälle und so können
wir beobachten, dass von diesen jene Neubildungen nicht minder
recipirt werden wie die alten homerischen Formeln.
Bei Homer ist das flüssige Wesen der Liquida noch
lebendig zu fühlen, wenn es auch nur in einer Reihe von
Stämmen begegnet. Diese Vollkraft der Liquida können wir
aber gleich in der nächsten Periode — in der Zeit der Entstehung
der hesiodischen Dichtungen und der homerischen
Hymnen — nicht mehr ganz voraussetzen, es sind schon gewisse
starre Verbindungen und Formeln vorhanden, in denen
sich die Längung vor den Liquiden zeigt, und auch diese
nicht gerade sehr häufig, obwol es doch, worauf Hartei richtig
hinwies, nicht ohne Vortheil und Bequemlichkeit für die betreffenden
Dichter war, sich derlei Längungen zu gestatten
(Hom. Stud. I 2 37’ sq.). Neue Fälle begegnen nur wenige,
meist Eigennamen. Daneben macht sich eine Beschränkung
bemerkbar, die man bei Homer noch nicht, wenigstens in
diesem Masse nicht, wahrnelimen kann. Durch Hartei ist unzweifelhaft
erwiesen, dass Längungen vor liquidem Anlaute
nur in der Arsis stattfinden können. Am zahlreichsten ist dies
(vgl. Knös III 254) der Fall in der II. und IV. Arsis, aber
auch die anderen Hebungen im Verse sind betheiligt: anders
wird die Sache bei den nachhomerischen Epikern; schon bei
Hesiodos beschränkt sich die Längung fast allein auf die II.
oder IV. Arsis, und Nonnos z. B. kennt mit Ausnahme einer
directen Nachahmung in einem dem Homer entnommenen
Hemistichion gar keine andere Längung als nur in der einzigen
IV. Arsis. Auch der rhythmische Werth der Ausdrücke,
deren auslautende Silbe durch die folgende Liquida gelängt
wird, kommt in der nachhomerischen Poesie in besonderer
Weise in Betracht. Während bei Homer sowol einsilbige
Wörtchen wie ts [j.i-'dizc B 58 als auch pyrrhichische Wortformen
wie evi [J.s.-'dpo'.q 2 435, daneben aber auch Ausdrücke
von der rhythmischen Form — -- (o<pp« 0 285) — — ~