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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Rzach.

Studien  I,  die  überaus  dankenswerthen  Forschungen  von  Knös
in  den  Quaestiones  de  digammo  homerico  III  und  das  feine
in  dieser  Fragte  abgegebene  Urtheil  von  Curtius  in  seinem
offenen  Briefe  an  Hartei  (Studien  IV  471  sqq.)  und  in  den  Erläuterungen ­
  zur  griechischen  Grammatik  3 42  sqq.  Wenn  die
genannten  Gelehrten  auch  namentlich,  was  die  Art  der  Entstehung ­
  solcher  Längungen  betrifft,  in  ihren  Ansichten  auseinander ­
  gehen,  so  bleibt  doch  die  Thatsache  aufrecht,  dass
zur  Zeit  der  Blüte  des  homerischen  Gesanges  Fälle  vorliegen,
wo  vor  einer  einfachen  Liquida  Längung  auslautenden  kurzen
Vocals  eintritt.  Hier  konnte  der  Grund  davon  nur  in  dem
folgenden  Anlaute  liegen,  dieser  war  es,  der  als  tönender  Laut
eine  vollere  Aussprache  unter  der  Beihilfe  der  Arsis  ermöglichte, ­
  so  dass  thatsächlich  eine  Art  von  Doppelung  der  Liquida
im  Zusammenhänge  der  Rede  sich  ergab,  z.  B.  evtp.p.£Ydpot<Ji.
Gewiss  wird  man  jedoch  auch  zugeben  müssen,  dass  in  Fällen,
wo  ursprünglich  eine  doppelte  Consonanz  (z.  B.  uv  in  *c-noic)
den  Anlaut  gebildet  hatte,  sich  in  der  Längung  vor  dem  betreffenden ­
  Worte  eine  gewisse  Erinnerung  an  den  ursprünglichen ­
  Lautbestand  erhielt.  Beide  Gruppen  flössen  aber  zusammen, ­
  und  so  erscheint  in  der  uns  vorliegenden  Gestalt  der
homerischen  Gedichte  die  flüssige  Natur  der  Dauerlaute  als
die  Ursache  der  Längung  kurzer  vocalischer  Silben,  die  ihnen
in  der  Arsis  vorausgehen.  Wie  Hartei  trefflich  nachgewiesen
hat,  steht  das  vorausgehende  Wort  zumeist  in  engstem  Contact
mit  dem  folgenden  und  fliesst  daher  mit  diesem  förmlich  in
ein  Ganzes  zusammen,  fast  ebenso,  wie  wir  das  in  der  That
bei  Compositis  oder  aber  bei  Verben  hinter  dem  Augmente
erblicken  können,  wo  die  Liquiden  wesentlich  dieselbe  Wirksamkeit ­
  im  Inlaute  zeigen  wie  sonst  im  Anlaute  (vgl.  z.  B.
KoXüXXtoroi;  und  IXXaße).
Die  angeführten  durch  die  liquiden  Laute  hervorgerufenen
Längungen  (resp.  ihre  Doppelung  im  Inlaute)  wurden,  mochten
sie  nun  an  Stämmen  erscheinen,  die  ursprünglich  doppelconsonantischen
  Anlaut  besassen,  oder  aber  an  solchen  mit
einfacher  Liquida,  so  sehr  als  in  der  Natur  des  folgenden  Anlautes ­
  begründet  gefühlt,  dass  auch  die  nachhomerischen  Dichter
sie  beibehielten,  ja  die  Zahl  der  Fälle  auch  aus  Eigenem  vermehrten, ­
  indem  sie,  wie  Hartei  (Hom.  Stud.  I  2 39)  treffend
            
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