Heinrich v. Veldeke u. d. Genesis der romantischen u. heroischen Epik nm 1190. 673
BEILAGE,
Die Wiener Veldeke-Handschrift.
Cod. pal. Nr. 2861 (hist. prof. 534, Hoffmann Nr. XII);
cod. ms. saec. XV; klein Fol., zwei Spalten zu meist je 37 Zeilen;
numerirt 209 Blätter; la bis 95a Veldekes Eneit; die beiden
äusseren und die zwei innersten Blätter jedes Doppelquaternios
sind — in der Regel ganz — mit Bildern rohester Sorte bedeckt
; die Sprache weist nach Schwaben; Blatt 97, 1 a fährt
fort: Das pucli hebt an icie vorn gestift ward und auch von allen
päpsten kaisern und hingen zu vom; schliesst 209, lb mit
Friedrich IV: Amen 1 %78 an fant manfetag vfgeschrieben zu
pfaffenhusfen; der Schreiber heisst Jörg von Elsbach.
Der Text der Eneit ist schlecht conservirt, die Formen
abgeschleift, namentlich Niederdeutsches aus Missverständniss
oft getilgt; Auslassungen im Anfänge selten; von der Grenze
des ersten und zweiten Theiles an wird der Text, der sich
bis dahin, so weit, als dies die Beispiele unten darthun, an
BM lehnt, selbständiger und gibt zwischen circa V. 10800 und
13200 kaum den halben Umfang: im Ganzen circa 2000 Verse
weniger als die Vulgata. Obwohl viele Auslassungen willkürlich
sind und man sieht, der Schreiber strebe vornehmlich nach
Abkürzung der, Hauptbestandtheile der zweiten Hälfte bildenden,
erotischen Gespräche, ist doch erstens der Umstand auffallend,
dass die erste grosse Lücke gerade an jenem Punkt
fällt, wo Heinrich 1181 seine Arbeit aufgeben, abbrechen
musste und liegt somit die Vermuthung nahe, dass entweder