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Mutli.
Fäden angesponnen worden sein, die viele Jahre später, nach
seines Gönners Friedrich Tode, Walther auf die Wartburg
führten; damals mögen es zuerst die österreichischen Herren
als courtois erkannt haben, auch umfangreiche Werke zu umfassen,
zu redigiren, dem fahrenden Schüler oder Hauscaplan
zu dictiren.
Wenigstens erklärt uns das einigermassen den sonst eben
über die Maassen auffallenden Umstand, dass unmittelbar nach
der Heimkunft der Orientpilger in Oesterreich eine rege epische
Dichtung beginnt, so zwar, dass im Lande Reinmars und Walthers
der höfische Minnesang eine Zeit lang fast zurücktritt.
Dass es in Oesterreich Lieder gegeben volksthümlichen
Inhaltes, ist, wie bereits erwähnt, zweifellos; es gab aber auch
historische Lieder: eine Spur eines solchen Liedes erhält uns
eine eher dem XIV. als dem XIII. Jahrhunderte entstammende
poetische Zwettler Haus- und Klosterchronik, in der die Schicksale
der Kuenringe verherrlicht werden (Fontes RRAA. II. Abth.
3. Bd. über fundat. monast. Zwettl. S. 1—22); unter dem Schutt
des XIV. Jahrhunderts schimmert doch noch das Werk des
Sängers aus dem XII. hervor, freilich nicht mehr so deutlich,
dass man sich ein Bild von Form und Inhalt — am ehesten
noch von Anlage und Sprache — machen kann. Ich citire
ganz beiläufig der Reihe nach Ausdrücke und Formeln, wie
sie der classischen Volkspoesie eigen sind: V. 18 fruot, 34 daz
hat es den vollen gar (Nib. 2077, 2); 53 anwigen; 55 schaden
unde schände; 218 daz vrlevg (neutr.); 274 vor der weyganden
ellenhaften lianden; 284 brvffen grdzev wunder (s. h. v. Jänicke
zu Bit.); 289 bern unde eberswm; 482 imten mcere allerdings
arg verballhornt: der so iveiten ist zemer, dagegen ganz richtig
667 iviten mcere : weiten mev, 546 gemeit. Es wird sich wohl
Niemand der Ueberzeugung verschliessen, da den übertünchten
Rest eines historischen Volksliedes, das im XII. Jahrhundert
im österreichischen Wald viertel, das ist dem nordwestlichen
Theile Niederösterreichs, abgefasst wurde, vor sich zu haben.
Aber die Männer der Neunziger Jahre wandten sich heroischen
Stoffen zu und zwar wurde, bevor man sich noch daran
wagte, die vielen rasch entstehenden gefälligen Lieder zu einem
grossen, cyclischen Ganzen zu vereinigen, der Versuch gemacht,
den etwas ungefügen, volksthümlichen Stoff der überlieferten