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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Heinrich  v.  Veldeke  u.  d.  Genesi.s  der  romantischen  u.  heroischen  Epik  um  1190.  665
Unterbrechung  seiner  Thätigkeit  und  vielleicht  aus  der  Betrachtung ­
  der  gleichzeitigen  Litteratur.  Wenn  der  gefeiertste  Zeitgenosse ­
  Wolfram  ungescheut  all’  das  in  seine  Dichtung  einschob
und  verflocht,  was  Hartmann  mühsam  abgestreift  und  peinlich
ferngehalten,  mochte  er  sich,  und  besonders  bei  einem  nicht
streng  romantischen  Stoffe  immerhin  wieder  gehen  lassen.
Und  zu  alledem  kommt,  dass  der  Gregorius  in  der  That
stilistische  Eigenthümlichkeiten  bietet,  die  ihn  vom  Erec,  wie
von  der  Iweingruppe  trennen,  die  aber  Herr  Naumann  nicht
bemerkt  hat.  Zudem,  was  Naumann  a.  a.  0.  S.  34  f.  beibringt, ­
  ist  noch  zu  bemerken:  eilen  1821,  ellenthaft  1998;  urliuges,
  also  neutr.  1702.  1726.  —  ez  waz  ein  sun  daz  si  gebar
498  (cf.  Nib.  1688,  1,  2);  ein  der  liertiste  strit  1983.  nicere
2086,  Rome  diu  mcere  3615;  brot  unde  brunnen  2740,  vrevel
unde  vro  3796.  '  Für  all’  das  bietet  der  Erec  keine  Parallele.
Ich  habe  Sitzungsber.  XCI  Bd.  S.  13  gezeigt,  wie  sorgsam
Hartmann  Deminutiva  auf  -lin  meidet;  im  Gregorius  sucht  er
sie  beinahe:  väzzelin  533.  826,  lduselin  2603.  2861.  3079.  3529.
3540.  3549,  kindelin  302.  514.  536.  879.  957,  tohterlin  14.  Es
ist  das  der  Stil,  der  mit  Gottfried  zum  Durchbruche  gelangt.
Ich  will  aber  auch  diese  Frage  nur  angeregt  haben  und
masse  mir  nicht  an,  hier  im  Vorbeigehen  die  letzte  Entscheidung ­
  zu  fällen.  Die  Berechtigung  wiederholter  Diseussion  glaube
ich  hinlänglich  dargethan  zu  haben.
Alles  in  allem  werden  wir  darin  übereinstimmen,  dass
Hartmann  in  selbständigem,'  zielbewusstem  Ringen,  geworden
ist,  was  er  war;  dass  er  hochdeutsche  Vorbilder  vorfand,  an
denen  er  sich  bereits  bilden  konnte,  und  dass  auf  ihn  und
seinen  unmittelbaren  Einfluss  die  Reinheit  des  höfisch-romantischen ­
  Stiles  in  Oberdeutschland  zurückzuführen  ist.
III.  Das  heroische  Epos  in  Oesterreich.
Nur  ein  landschaftliches  Gebiet  hat  unsere  Diseussion
bisher  nicht  berührt  und  zwar  gerade  dasjenige,  das  von  den
hochgehenden  Wogen  der  Zeit  am  gewaltigsten  durchrüttelt
wurde,  das  österreichische  Donauthal.
Nach  Oesterreich  musste  die  von  Nordwesten  ausgehende
Bewegung  zuletzt  gelangen;  in  der  That,  so  thöricht  es  ist,
            
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