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Mut h.
Erwähnung thun (doch vgl. S. 660), Wolfram, der an nicht
weniger als drei Stellen Heinrichs, und zwar als eines — man
sollte meinen kürzlich (um 1205) — Verstorbenen gedenkt.
Er spricht die Frau Minne an:
Parz. 292, 18 her Heinrich ron Yeldeke sinen faoum
mit kunst gein iwenn arde maz:
het er uns do bescheiden baz
wie man iueh siile behalten!
er hat her dan gespalten
wie man inch sol erwerben.
Es ist sehr bemerkenswerth, wie Wolfram seinen Vorgänger
auffasst; er ist ihm, so zu sagen, ein Meister der Minne, die
er mit seiner Kunst zu beherrschen, zu bewältigen suchte,
wobei aber auch ihm nur gelang zu sagen, wie man Liebe
erwerbe, nicht wie man sie behaupte (die Antwort könnte einfach
scheinen: durch Treue; aber Wolfram meint hier die
Fähigkeit, immer wieder Gegenliebe zu finden, also etwa, was
wir Liebenswürdigkeit nennen und der höfische Dichter genauer
als den wünsch von mimten bezeichnen würde)? Diese
Stelle war aus dem VI. Buche; der Satz steht im hypothetischen
Falle vom Gegentheil der Wirklichkeit, nicht: würde
er oder wollte er doch so thun, sondern hätte er doch gethan;
also wohl nach Heinrichs Lebzeiten verfasst; dies wird desto
wahrscheinlicher, als im VIII. Buche ausdrücklich und ohne
besondere Veranlassung des Dichters Tod beklagt wird. Nach
dem Lohe der schönen Antikonie sagt Wolfram schmerzlich:
404, 28 owe daz so fruo erstarp
von Veldeke der wise man!
der künde se baz gelobet han.
so fruo kann sich nur auf die Zeit im Allgemeinen — also zu
früh für die Kunst und seine Freunde — beziehen, denn Veldeke
sagt von sich selbst :
MSF. 62, 11 Blau seit al für war,
nu manic jär
diu wip hazzen grawes här.
daz ist mir swär
18 Diu me noch diu min,
daz ich grä bin,
ich hazze an wiben kranken sin