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Mufch.
vorhergehenden älteren Epik gegenüber nicht ganz unbewussten
Uebex-schätzung beruhe, müssen wir auf die Vorfrage eingehen,
in welcher Mundart Heinrich von Veldeke gedichtet habe?
Hinsichtlich des Servatius ist keine Discussion nothwendig;
den hat er in der Sprache seiner Jugend und Heimat abgefasst.
In Bezug auf die Lieder und die Eneit war man stets
in zwei Lager getheilt. Grimm hat Gramm. 1, 453 f. die
Frage übersichtlich erörtert: hat Heinrich niederdeutsch gedichtet
und ist sein Werk ins hoch- (mittel-) deutsche umgeschrieben
worden oder hat er hochdeutsch mit Dialekteigenthümlichkeiten
geschrieben? Aber die Gründe, die. Grimm
mit peinlicher Gewissenhaftigkeit und Objectivität auch für
die letztere Ansicht geltend gemacht, dass hochdeutsch damals
schon Hof- und Litteratursprache war (MSD. 2 XXVIII); dass
keine rein niederdeutsche Handschrift vorhanden ist; dass
die Reimgenauigkeit eine übergrosse ist, wenn man niederdeutsche
Abfassung annimmt, gegenüber seinen Vorgängern;
dass hochdeutsche Einflüsse unverkennbar seien; lassen sich
nicht nur sammt und sonders widerlegen, sondern auch durch
Gründe für die andere Ansicht völlig abweisen. Veldeke hat
seinen Servatius niederdeutsch gedichtet; niederdeutsche Elemente
di’angen damals selbst in die höfische Umgangssprache,
es galt für vornehm zu vlcemen; ich erinnere an die Stelle axxs
Meier Helmbx-echt, also Decennien später zur Zeit der unbedingtesten
Herrschaft der staufischen Hofspi-ache, wie Helmbrecht
(ed. Lambel) die Schwester susterkindekin (717), den
Vater ,ey waz sakent ir gebürekin V (764) anspricht, so dass
der Knecht, der friman, von ihm sagt:
744 als ich von im veruomen hän,
so izt er ze Sahsen
od ze Brabant gexvahsen:
er sprach ,liebe snsterkindekin 1 ;
er mac wol ein Sahse sin.
Der Gang, den die romantische Dichtung einschlug, führte sie
rheinaufwärts: es heisst die Verhältnisse auf den Kopf stellen,
■wenn man meinte, Heinrich habe hochdeutsche Poesie nach Limburg
getragen; aber es liegt ganz im Charakter der damaligen
Gesellschaft, die in Anerkennung der Ueberlegenheit der nieder -
l-heinischen Ritterschaft an courtoisem Wesen eine niedei’deutsche