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Muth.
wo er dar nach ye hin kam,
ob er den end da nam,
das kund nyeman gesagen mir,
oder ob yne die wilden tir
vressen habn oder zerissen.
es kan die warheit nyemand wissen
oder ob er noch lebentig si?
So unter dem frischen Eindrücke der Todeskunde, die
so jäh und überraschend kam, beschloss Heinrich dem Kaiser
und seinem Glanze dies Denkmal zu setzen, obwohl es mit
dem Stoffe in gar keinem Zusammenhänge steht, und auch die
Persönlichkeit einzuflechten kein Anlass vorhanden war. 1
Wir haben nämlich auch einen sicheren terminus ad quem,
von dem bisher nur niemals Gebrauch gemacht wurde, weil
man sich scheute, die Vollendung der Eneit später anzusetzen
als ca. 1188.
Man kennt die Genauigkeit, ja Aengstlichkeit der mittel
alterlichen Dichter in der Titulatur; jedem den gebührenden
Rang, auch in der Ansprache, zu lassen, ist eine der ersten
Forderungen höfischer Zucht.
Nun erscheint hier der spätere Landgraf Hermann von
Thüringen, noch als Pfalzgraf von Sachsen, was er von 1180
an war, bis er seinem Bruder Ludwig succedirte.
Ludwig starb auf Cypern am 16. oder 26. October 1190
(VII. vel XVII. cal. Nov. — Wilken, Kreuzz. 4, 287, 89); die
Nachricht gelangte nach Deutschland im Spätherbst, wohl noch
vor Weihnachten.
Nach dem Eintreffen der Nachricht vom Tode des Kaisers
und vor der Kunde von dem Ende des Landgrafen hat Heinrich
von Veldeke seine Eneit vollendet. Das war also in der
zweiten Hälfte des Jahres 1190, in den Monaten August bis
1 Die hier ausgesprochene Meinung hat vorlängst, wie ich erst nachträglich,
aber zu grosser Freude sehe, Uhland Schriften 2, 104 fg. ausgesprochen.
Namentlich Miillenhoff gegenüber ist Uhlands Ansicht
wichtig in einer Sache, wo feines Gefühl entscheidend ist; und Uhland
sagt S. 104: ,Die angeführten Worte der Aeneis (347, 13 f.) sprechen
von dem Feste zu Mainz als einer längst vergangenen Sache 1 .
Darum rückt er das Epos möglichst weit ab vom Jahre 1184, gewinnt
aber den terminus ad quem durch die Benennung Hermanns als Pfalzgraf.