Heinrich v. Yeldeke u. d. Genesis d. romantischen u. heroischen Epik um 1190. 625
Uebersicht eine Stammtafel, wie sich nach Joan Mantelius
historiae Lossensis libr. X, p. 57, sq. die Familie, soweit sie
uns hier bekümmert, verzweigt.
Arnulf V. von Lon,
f um 1150.
Gern. Agnes v. Baiern,
f um 1160.
Ludwig I.,
f 1171.
Gern. Ermelinde (oder
Agnes) v. Reineck,
f 1175.
I
Agnes Otto V. v. Scheuern-(f
vor 1182). Wittelsbach,
f 1183.
Sophie Hermann, Pfalzgraf v. Sachsen,
später Landgraf v. Thüringen.
Otto V. hinterlies 1183 bereits einen Sohn zweiter Ehe;
der jüngsten Agnes war also jedenfalls nur ein kurzes Leben
bescheert und dennoch werden sie diejenigen als die Gönnerin
Heinrichs ansehen müssen, denen es unwahrscheinlich erscheint,
dass derselbe Mann vier, wenn auch rasch aufeinanderfolgenden
Generationen gedient haben sollte, und denen überhaupt durch
ein Hinaufrücken in die Zeit der ersten Agnes dem Servatius
ein zu hohes Alter zugeschrieben wird. Entscheidend dürfte
sein, was Jonckbloet (Gesch. d. niedl. Litt. übs. v. W. Berg,
I, 93) anführt, dass eine in Baiern geborene Fürstin wohl
kaum ein Gedicht in limburgischem Dialekte habe schreiben
lassen. Hiezu kann man beifügen, dass dagegen eine Fürstin,
die die Heimat verlässt, wie die jüngste Agnes, im Sinne der
Zeit desto mehr Veranlassung hat, eine Erinnerung an die
Schutzheiligen der Heimat zu wünschen. So entscheide ich
mich, nachdem absichtlich für die Erwägung die breiteste
Schranke gezogen wurde, für die dritte Agnes: der Gemahlin
Ottos von Baiern verdankte Heinrich von Veldeke die Anregung
zu seinem ersten grösseren Werke — denn den Anfänger
in der Kunst des Verses und Reimes zeigt der Servatius