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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Jluth.

swie  wis  s6  er  wsere,
si  machte  in  witze  laere. 1
Heinrich  selbst  scheint  einmal  MSF.  66,  23  diu  minne
tioanc  3  Scdomöne  anzuspielen,  so  dass  der  den  Inhalt  andeutende ­
  Titel  vielleicht  ähnlich  lautete,  etwa  wie  der  minne
kraft  den  Jcünec  Salomone  twanc.  Interessant  wäre  uns  der
Besitz  dieses  Gedichtes  schon  darum,  weil  es  möglicherweise
zwischen  den  beiden  Werken  Heinrichs,  von  denen  ihn  das
eine  noch  im  Ringen  mit  der  Form,  das  andere  als  den  vollendeten ­
  Beherrscher  derselben  zeigt,  eine  Mittelstellung  einnahm. ­

Ueber  das  Leben  Heinrichs  sind  wir  seit  Auffindung  des
Servatius  genügend  unterrichtet,  besser  als  über  das  aller  übrigen
epischen  Dichter  jener  Zeit.
Heinrich  von  Veldeke  hat  den  Servatius  gedichtet  in  der
Mundart  seiner  Heimat;  Veldeke  ist  ein  Dörflein  in  der  Nähe
der  Abtei  S.  Truyden  (Trond)  bei  Maestricht,  der  Stadt,  die
nächst  Utrecht  zumeist  jenen  Heiligen,  den  sich  auch  Heinrich
zum  Patron  gewählt,  verehrt  hat;  Schutzherren  der  Truydener
Abtei  waren  die  Grafen  von  Loen  (Loz);  auf  Bitten  der  Gräfin
Agnes  und  des  Castellans  Hessel  hat  Heinrich  das  Gedicht  verfasst. ­
  Leider  besitzen  wir  neben  diesen  Umständen,  die  er
selbst  uns  angibt,  Serv.  1,  141—200.  3225—3254.  2,  2920—
2974,  kein  urkundliches  Zeugniss  für  die  Person  des  Dichters.
Veldeker  kommen  dann  im  XIII.  Jahrhunderte  mehrfach  vor
als  milites  in  den  Urkunden  von  S.  Trond.  Wir  haben  also
in  Heinrich,  wie  in  Hartmann,  einen  Ministerialen,  der  in  enger
Beziehung  zum  Herrenhause  steht.  Nur  beiläufig,  weil  Bormans
ernstlich  daran  gedacht  zu  haben  scheint  (.  .  .,’si  j’etais  plus
certain  qu’il  ne  fut  pas  eiere  lui-meme‘  S.  2),  erinnere  ich,
dass  Heinrich  kein  Geistlicher  war,  wiewohl  er  Latein  kannte,
da  er  nach  der  translatio  S.  Servatii 2  gleich  seinem  oberdeutschen
Concurrenten,  allerdings  einem  Cleriker,  und  Französisch,  da

1  Das  Bild,  worauf  1166  angespielt  ist,  von  der  minne  (Cupidos)  bogen,
findet  sich,  wie  mich  Heinzei  giitigst  aufmerksam  macht,  En.  38,  38.
'267,  2-1.  Dennoch  kann  ich  nicht  glauben,  dass  dem  Dichter  des  Craon
des  Veldekers  Eneit  bekannt,  war.
2  SS.  XII.  87—126.
            
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