Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Heinrich  y.  Veldeke  u.  d.  Genesis  d.  romantischen  n.  heroischen  Epik  um  1190.  621

niederdeutscher  oder,  genauer  ausgedrückt,  niederfränkischer
Sprache  und  zwar  speciell  in  der  (der  Kölner  nächstverwandten)
Mundart  des  Limburger  Ländchens.  Sinte  Servaes  ward  1858
aufgefunden  und  sowohl  in  den  Annales  de  la  societe  histonque
et  archeologique  de  Maastricht  als  selbständig  (Sinte  Servatius
legende  von  Heynrijk  van  Veldeken  uitg.  d.  J.  H.  Bormans,
Maestricht,  1858,  285  S.,  8 n )  herausgegeben.  Das  dritte,  nach
den  Angaben  eher  höfisch-erotisch,  als,  was  wohl  auch  möglich
wäre,  biblisch-legendarisch  angelegte  grössere  Gedicht  handelte
von  Salomon  und  Venus;  es  wird  Heinrich  zugeschrieben  von
dem  uns  leider  unbekannten  Verfasser  des  Moriz  von  Craon,
dessen  Nachricht  aber  durchaus  nicht  anzuzweifeln  ist,  da  sich
derselbe  als  ein  nicht  nur  im  Sinne  der  Zeit  geistreicher,
sondern  auch  belesener  Autor  zeigt  (er  kennt  die  Kaiserchronik,
das  Rolandslied,  ein  Gedicht  über  den  trojanischen  Krieg  —
vielleicht  jenes,  das  der  abrupte  Anfang  der  Eneit,  die  hierin
ihrer  französischen  Vorlage  folgt,  vorauszusetzen  scheint:  also
ein  französisches?  —  für  den  ihm  gleich  Herbort  Dares  als
Hauptautorität  erscheint  v.  37).  Die  ganze  merkwürdige  Stelle,
die  übrigens  überdies  noch  dem  XII.  Jahrhunderte  angehören
mag,  lautet: 1
1156  daz  bette  mohte  wol  sin  *—
so  kan  ab  ich  niht  sagen  baz,
wan  lät  ez  sin  alse  daz,
an  siner  güete  gelicb,
daz  von  Veldek  meister  Heinrich
machte  harte  schone
dem  künege  Salomone,
da  er  uf  lac  unde  slief,
da  er  inne  Venns  ane  rief,
biz  daz  si  in  ervvakte:
mit  ir  bogen  si  in  erschrakte,
si  schöz  in  an  sin  herze
daz  in  der  selbe  smerze
drnkte  unz  an  sin  ende:
er  muste  in  ir  gebende;

1  Aufmerksam  gemacht  zu  haben  auf  diese  Stelle,  ist  das  Verdienst  des
Mannes,  der  auch  den  Moriz  von  Craon  gleich  vielen  anderen  gleichzeitigen ­
  Werken  aus  der  wüstesten  Form  auf  das  glänzendste  hergestellt
hat,  M.  Haupt  MSF.  S.  258  zu  66,  23.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.