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Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

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Muth.

und  von  einem  dritten  nur  der  Titel  erhalten.  Sein  Hauptwerk
ist  die  Eneit,  in  fünf  vollständigen  Handschriften  (abgesehen
von  einigen,  genau  classificirbaren,  nicht  allzu  werthvollen
Fragmenten  in  Pfeiffers  Quellenmaterial)  erhalten,  von  denen
eine  der  heute  nicht  mehr  brauchbaren  ersten  Ausgabe  in
Myllers  ,Gedichten  des  XII.  und  XIII.  Jahrhunderts'  zu  Grunde
liegt;  zwei,  die  zusammen  die  dem  Urtexte  fernest  stehende
Gruppe  bilden,  von  Ettmiiller  für  seine  Bearbeitung  herangezogen ­
  wurde;  eine  gar  erst  zu  den  Zwecken  dieses  Aufsatzes
zum  erstenmale  verglichen  worden  ist,  so  dass  wir  thatsächlich
noch  keine  kritische  Ausgabe  dieses  Werkes  besitzen.  Einer
solchen  stellen  sich  auch,  wie  sich  noch  zeigen  wird,  ungewöhnliche ­
  Hindernisse  in  den  Weg,  denn  während  bei  anderen,
Hartmann  etwa,  die  Ueberlieferung  so  reichlich  und  sicher
fliesst,  dass  wir  Sprache  und  Stil,  Keim  und  Brauch  des  Dichters
auf  das  genaueste  kennen  und  mit  apodiktischer  Sicherheit
sagen  können,  ob  eine  Stelle  apokryph  ist  oder  nicht,  mangelt
bei  Heinrich  derartige  Beglaubigung  gänzlich,  da  uns  das
Original  jedenfalls  verloren  ist  und  die  beiden  Gruppen  bedenklich ­
  differiren;  dennoch  ist  mit  Hilfe  der  dem  Originale
näher  stehenden  Sippe  GH  (Gothaer  und  Heidelberger  Handschrift), ­
  die  Ettmüller  mit  Unrecht  gegen  die  freier  redigirende
BM  (Berlin-Münchener)  hintangesetzt  hat,  ein  leidlicher  Text
herzustellen.  Im  Folgenden  ist  stets  nach  Ettmüller  citirt.  W,
die  Wiener  Handschrift  (cod.  pal.  2681),  die  schon  dadurch
überaus  merkwürdig  ist,  dass  sie  einen  um  wenigstens  2000
Verse  gekürzten  Text  bietet  und  dessenungeachtet,  und  wiewohl ­
  sie  schon  im  ältesten  kritischen  Handschriftenkataloge
der  Wiener  Hofbibliothek  von  Hofmann  aufgenommen  ist,  von
den  Veldeke-Forschern  bisher  völlig  ignorirt  wurde,  steht  der
Gruppe  BM  nahe,  aber  nicht  ohne  Eigenthümliches  zu  bieten
und  stellenweise  vielleicht  das  Echte  zu  retten.  1  Ueber  die
Mundart  der  Stammhandschrift  ist  noch  zu  handeln.
Dagegen  liegt  der  Servatius,  von  dem  wir  lange  nur  aus
Piiterichs  Ehrenbriefe  Kenntniss  hatten,  nur  in  einer  Handschrift
vor,  die  unzweifelhaft  den  Orginaltext  wiedergibt,  wenngleich
sie  selbst  erst  aus  dem  XV.  Jahrhunderte  stammt,  und  zwar  in

1  S.  Beilage  I.
            
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