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Mnth.
Der dritte Punkt wird sich auch in präciser Weise dahin erledigen
lassen, dass während wir in Thüringen eine Reihe der
Hauptvertreter der romantischen Richtung in ununterbrochener
Folge verkehren sehen, der Hof von Wien vorwiegend der
Pflege volksthümlicher Epik zugewandt war.
Nur so kann der Hof der Babenberger solche Bedeutung
erlangt haben.
Denn während wir auf der Wartburg einen Mann im
Mittelpunkte der litterarischen Bewegung sehen, den Landgrafen
Hermann, dem sich in Folge familiärer Beziehung jener Dichter
zuwendet, den schon die nächste Folgezeit als den Begründer
der streng classischen Richtung ansieht, Heinrich von Veldeke,
dem wieder eine ganze Reihe namhafter Männer folgt, sehen
wir in Wien den Thron in rascher Folge von drei Fürsten
eingenommen, die einer in des andren Fussstapfen tretend,
doch keinen gleich erlesenen Kreis um sich sammeln und
dessenungeachtet und mit vollem Rechte nicht geringeren
Ruhmes sich erfreuen. Es waren demnach zumeist fahrende
Leute und einheimische Ritter, deren Namen verklungen sind,
die den hohen Ruf des babenbergischen Hofes begründet haben.
Den äusseren Anstoss aber für diese mit einem Male so
mächtig emporquellende litterarische Bewegung pflegt man in
dem Unternehmen zu sehen, das überhaupt in jenen Tagen die
Gemüther in die höchste Erregung versetzte, dem Kreuzzuge
Friedrich Rothbarts.
Die Richtigkeit und Stichhältigkeit dieser Behauptungen
war zu untersuchen.
Es wird sich zeigen, dass in der That die Bedeutung des
dritten Kreuzzuges, der noch einmal die gesammte abendländische
Christenheit in allen Schichten auf das tiefste erregte,
nicht überschätzt worden ist; es lassen sich aber auch die
Fäden nachweisen, die den Zusammenhang der litterarischen
Centren jener Zeit, der nicht ganz so lose war, als es wohl
den Anschein hat, vermitteln; wir werden auf Beziehungen
stossen, die zwischen den Häuptern der litterarischen Kreise
obwalten und die zumeist während jener Kreuzfahrt angeknüpft
scheinen.
So wird sich auch der sonst unerklärliche litterarische Erfolg
der Eneit Heinrichs von Veldeke erklären ohne allen Zwang,