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Math.
Mann an die Spitze der Litteraturgeschichte zweier in ihrer
sprachlichen und politischen Entwicklung seither geschiedenen
Nationen tritt, der Servatius Heinrichs von Veldeke hat zwar
durch Gervinus und seither durch Jonckbloet eine eingehende
ästhetische Würdigung erfahren, in Beziehung auf seine chronologische
Bestimmung dagegen ist dem ersteren Forscher ein
Versehen begegnet, das die litterarhistorisclie Darstellung seither
zu berichtigen noch keine Gelegenheit gefunden hat. Ist
also hier Stoff zur Nachprüfung gegeben, so drängten noch
mehr hiezu neuere Handschriften; nicht so sehr das auf Schloss
Spiez entdeckte Manuscript von Hartmanns Gregorius mit der
vollständigen, bisher unbekannten Einleitung, obwohl anderthalbhundert
Verse eines alten Classikers eine wichtige Bereicherung
unseres Materiales sind, um so wichtiger, als dieselben,
wie sie von roher Schreiberhand überliefert vorliegen, dennoch
ohne jede Emendation sich zwanglos und ganz den aufgestellten
und anerkannten metrischen Grundsätzen und Regeln fügen.
Höheres Interesse durfte der Trierer Fund in Anspruch
nehmen, der ein Jahrzehnt früher, als wir anzunehmen sonst
wohl gewagt hätten, in einer Handschrift vereinigt zeigt ein
höfisches Rittergedicht nach französischem Muster mit zwei
Legenden desselben Stiles, deren eine aber an Dichtungen etwas
älterer Richtung, die uns erhalten sind, unmittelbar anknüpft.
Sehen wir aber ab von diesen geistlichen Epen, dem
Aegidius und Silvester, dem mitteldeutschen Pilatus, dem bairischen
(?) Servatius, auf den übrigens noch zurückzukommen ist,
und einigen andern, so besitzen wir allerdings nur in Ueberai'beitung
oder Bruchstücken der Originale nicht weniger als
drei Dichtungen ritterlichen Inhaltes, die an grösserer oder
geringerer Formenstrenge genau dem Zeitpunkte ihrer Entstehung
entsprechen: diesen Flore neben den räthselhaften
Fragmenten der halb heroischen, halb romantischen Geschichte
vom Grafen Rudolf, der im folgenden Jahrhundert in freilich
stark veränderter Gestalt als Crane wieder auftaucht, und die
Reste der ältesten deutschen Tristanbearbeitung Eilharts von
Oberge, von der wir uns aber mit Hilfe der wohl ei'haltenen
Bearbeitung ein völlig zureichendes Bild machen können.
Es ist klar, dass diese Fragmente zufällig erhaltene
Trümmer einer zu Grunde gegangenen Litteratur sind.