Skip to main content Jump to sidebar

Full text : Sitzungsberichte / Akademie der Wissenschaften in Wien, Philosophisch-Historische Klasse Sitzungsberichte der Philosophisch-Historischen Classe der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften, Wien, 95. Band, (Jahrgang 1879)

Erasmiana.  II.

591

Studien,  wurde  zu  Padua  Doctor  der  Medicin  und  blieb  endlich
als  Arzt  zu  Graz.  1
Der  hier  mitgetheilte  Brief  nimmt  auf  seine  Anwesenheit
in  Basel  Bezug,  spricht  von  dem  Schicksale  eines  an  Herzog
Georg  gesandten  Schreibens,  dem  Tode  des  Mosellanus  und
davon,  dass  dieser  vor  seinem  Sterben  befohlen  habe,  des
Erasmus  Briefe  zu  verbrennen;  zugleich  beklagt  Erasmus  die
unglaubliche  Undankbarkeit  und  Niedertracht,  die  er  erfahren,
und  versichert,  er  aber  wolle  sich  stets  gleich  bleiben.  In
einem  Briefe  aus  dem  Jahre  1525 2  dankt  Erasmus  für  die
Bemühungen  des  Hunus,  seine  Briefe  zu  überbringen,  er  hätte
durch  den  Ceratinus,  den  Nachfolger  des  Mosellanus,  gerne
ein  Geschenk  geschickt,  spricht  seinen  Aerger  über  die  Eröffnung ­
  von  Briefen  —  wie  sie  gegenwärtig  Sitte  sei  —  aus
und  hofft  auf  die  Lucubrationes  des  Eobanus  Hessus.
In  dem  nächsten  Briefe  dieser  Sammlung  in  dem  an
Eoban  Hesse 3  lässt  Erasmus  den  Hunus  ,Hominem  prudentem
et  candidum'  grüssen.  Auch  hier  spricht  der  Basler  Philolog
von  den  Pseudolutheranern,  die  dort  Alles  in  Verwirrung
brächten  und  Luther  wie  die  schönen  Wissenschaften  zu  Grunde
richten  werden,  wenn  nicht  ein  Gott  zu  Hilfe  käme.  Auch  die
Buchhändler  suchen  lieber  das,  was  Absatz  verspricht,  als  das
Gute,  desshalb  wisse  er  nicht,  was  Froben  mit  Eoban’s  Gedichten, ­
  die  Beatus  Rhenanus  habe,  thun  werde;  wenn  er  wolle,
werde  er  sich  an  französische  Buchhändler  wenden.
In  den  in  meinen  Erasmiana  I.  dargelegten  Zusammenhang ­
  gehört  ein  Brief  des  Erasmus  an  Simon  Pistorius,  den
Kanzler  Herzog  Georgs,  später  Moriz’s.  Pistorius  war  1489  zu
Leipzig  geboren  als  Sohn  des  herzoglichen  Leibarztes,  studirte
im  Vaterlande  und  in  Pavia  die  Rechte,  wurde  Professor  in
der  juridischen  Facultät  zu  Leipzig,  sodann  aber  Kanzler  und
öfters  Gesandter  der  Herzoge  von  Sachsen.  Pistorius  starb  am
3.  December  1562. 1

1  Gute  Notizen  über  ibn  in  Krause,  Eobanus  Hessus  passim.
2  Clericus  III.  857.
3  Ueber  Eoban  Hesse  und  die  Beziehungen  zu  Erasmus  siehe  das  Buch
von  Krause,  Helius  Eobanus  Hessus.  Gotha.  Perthes  1879.  2  Bde.
4  Spicilegium  XV.  19.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.