Erasmiana. II.
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Studien, wurde zu Padua Doctor der Medicin und blieb endlich
als Arzt zu Graz. 1
Der hier mitgetheilte Brief nimmt auf seine Anwesenheit
in Basel Bezug, spricht von dem Schicksale eines an Herzog
Georg gesandten Schreibens, dem Tode des Mosellanus und
davon, dass dieser vor seinem Sterben befohlen habe, des
Erasmus Briefe zu verbrennen; zugleich beklagt Erasmus die
unglaubliche Undankbarkeit und Niedertracht, die er erfahren,
und versichert, er aber wolle sich stets gleich bleiben. In
einem Briefe aus dem Jahre 1525 2 dankt Erasmus für die
Bemühungen des Hunus, seine Briefe zu überbringen, er hätte
durch den Ceratinus, den Nachfolger des Mosellanus, gerne
ein Geschenk geschickt, spricht seinen Aerger über die Eröffnung
von Briefen — wie sie gegenwärtig Sitte sei — aus
und hofft auf die Lucubrationes des Eobanus Hessus.
In dem nächsten Briefe dieser Sammlung in dem an
Eoban Hesse 3 lässt Erasmus den Hunus ,Hominem prudentem
et candidum' grüssen. Auch hier spricht der Basler Philolog
von den Pseudolutheranern, die dort Alles in Verwirrung
brächten und Luther wie die schönen Wissenschaften zu Grunde
richten werden, wenn nicht ein Gott zu Hilfe käme. Auch die
Buchhändler suchen lieber das, was Absatz verspricht, als das
Gute, desshalb wisse er nicht, was Froben mit Eoban’s Gedichten,
die Beatus Rhenanus habe, thun werde; wenn er wolle,
werde er sich an französische Buchhändler wenden.
In den in meinen Erasmiana I. dargelegten Zusammenhang
gehört ein Brief des Erasmus an Simon Pistorius, den
Kanzler Herzog Georgs, später Moriz’s. Pistorius war 1489 zu
Leipzig geboren als Sohn des herzoglichen Leibarztes, studirte
im Vaterlande und in Pavia die Rechte, wurde Professor in
der juridischen Facultät zu Leipzig, sodann aber Kanzler und
öfters Gesandter der Herzoge von Sachsen. Pistorius starb am
3. December 1562. 1
1 Gute Notizen über ibn in Krause, Eobanus Hessus passim.
2 Clericus III. 857.
3 Ueber Eoban Hesse und die Beziehungen zu Erasmus siehe das Buch
von Krause, Helius Eobanus Hessus. Gotha. Perthes 1879. 2 Bde.
4 Spicilegium XV. 19.